Geldstrafe wegen Drohung: Mit 88 Jahren erstmals vorbestraft

Der Umzug von Studenten erregte einen Rentner derart, dass er drohte, sie mit seiner Wasserwaage zu erschlagen.

Symbolfoto.
© Thomas Böhm

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Alter schützt vor Torheit nicht – besagt ein Sprichwort. In einem Innsbrucker Fall bewahrte Unbeherrschtheit einen bald 89-Jährigen jedoch auch nicht vor einer Vorstrafe – seiner allerersten. Auslöser war im August der Umzug von deutschen Studenten. Dafür mussten die jungen Leute mitsamt einem Anhänger in einem Hof in Wilten einparken. Beim Verräumen der Möbel sei es dann laut zugegangen. Der wegen gefährlicher Drohung Angeklagte zu Richter Andreas Mair am Landesgericht: „Ich war grad in der Wohnung mit der Wasserwaage beim Vermessen. Auf einmal ein Lärm, dass ich geglaubt habe, das kommt von der nahen Baustelle!“

Was dann kam: Erstens ein Anruf bei der Polizei, wonach deutsche Studenten lärmen und er (der Anrufer) diese nun erschlagen müsse. Darauf die direkte Konfrontation mit den Studenten, bei denen der 88-Jährige nicht nur übelste Beschimpfungen und Herabwürdigungen äußerte, sondern mit der Wasserwaage in Kopfnähe der Studenten herumfuchtelte und diese mit dem Erschlagen bedrohte.

Die Studenten gaben die Drohungen als Zeugen vor Gericht unisono wieder. Eine Beteiligte äußerte Furcht und die Angst, „dass er uns das Auto zerkratzt“.

Der Rentner leugnete die Drohungen erst, gestand sie bis zum Prozessende doch noch zu: „Die durften doch mit dem Auto nicht in den Hof fahren!“

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Richter Mair schüttelte den Kopf: „Sie haben es überzogen. Das sind klassische gefährliche Drohungen. Wie kommen die Leute beim Siedeln denn dazu?“

Als Strafe ergingen zur Hälfte bedingte 720 Euro: „Wenn Sie nicht noch einmal so einen Blödsinn machen, bleibt’s für Sie bei 360 Euro“, so Mair.


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