Gurgeln vor laufender Kamera: Corona-Selbsttests im Bezirk Schwaz

Im Bezirk Schwaz werden ab diesem Wochenende 87.000 PCR-Gurgeltests verteilt. Abgabe und Rückgabe erfolgen großteils über die Gemeindeämter. Wer den Selbsttest macht, muss dabei gefilmt werden.

Die Gurgeltests können zu Hause durchgeführt werden, allerdings braucht man dafür auch eine Kamera und einen Internetzugang.
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Von Angela Dähling

Schwaz – 87.000 PCR-Gurgel­tests stellt der Bund im Bezirk Schwaz in der nächsten Woche bereit, 27.000 davon schon ab dem morgigen Sonntag. „Bei der Stadtgemeinde Schwaz sollen heute 4000 eintreffen“, informiert Verena Mayrhofer vom Schwazer Stadtmarketing. Diese Tests sollen heute von 12 bis 18 Uhr bei den Stadtgalerien und beim Interspar an Bürger mit Wohnsitz im Bezirk Schwaz verteilt werden. „Am morgigen Sonntag können Tests von 8 bis 12 Uhr bei der Feuerwehr abgeholt und auch wieder zurückgebracht werden“, informiert Mayrhofer. Ab Montag finden die Abgabe und die Rückgabe dann in der Rathaus-Info während der üblichen Öffnungszeiten statt. „Zudem wird im SZentrum eine weitere Teststraße installiert, wo von Montag bis Samstag von 8 bis 16 Uhr Antigen-Tests durchgeführt werden. Auch dort kann man den Gurgeltest abholen und wieder retournieren“, sagt Mayrhofer. Ein Video, wie dieser PCR-Test durchgeführt werden muss, ist auf der Homepage der Stadt zu finden.

Im Zillertal hatte Planungsverbandsobmann Hansjörg Jäger gestern Nachmittag noch keine genauen Infos, ob die Tests am Wochenende ausgeliefert werden. „Wenn wir sie am Samstag bekommen, dann werden die Gemeindeämter diesen Sonntag von 8 bis 12 Uhr öffnen für die Abholung“, erklärt er. Offenbar wird dies tatsächlich der Fall sein. Denn gegen 17 Uhr teilte der Pressedienst des Landes mit, dass die PCR-Gurgeltestungen seitens der Gemeinden für ihre Bürger ab Sonntagvormittag zur Verfügung stünden. Und Michael Brandl, Bezirkshauptmann von Schwaz, teilt darin mit: „Unser Ziel ist es, die Bevölkerung im Bezirk Schwaz sukzessive möglichst flächendeckend durchzutesten.“ Neben den bestehenden Testmöglichkeiten seien die PCR-Gurgeltests ein ergänzendes Angebot. „Sie sollen rasch zu Hause durchgeführt und schnellstmöglich wieder an die Gemeindeämter oder von den Gemeinden definierte Rückgabestellen retourniert werden, um eine möglichst rasche Vorlage der Testergebnisse zu gewährleisten“, erklärt Brandl.

Beim Gurgeln filmen lassen

Ein seitens des Landes Tirol organisierter Abholservice werde die Testsets einsammeln und in das Labor des Testherstellers nach Wien zur Analyse liefern. Mit dem Test­ergebnis sei innerhalb von 24 Stunden nach Einlangen im Labor zu rechnen.

Für die Durchführung der weniger als zwei Minuten dauernden Selbsttests muss man sich beim Gurgeln filmen bzw. filmen lassen. Das sei laut Landesaussendung nötig, um nachzuweisen, dass nur jene Person gurgelt, die sich für die Testung registriert hat.

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Daher braucht man für die Durchführung ein internetfähiges Smartphone/Tablet mit Kamera oder einen Computer mit Webcam. Auch ein amtlicher Lichtbildausweis und eine Sozialversicherungsnummer seien laut Info der Landesregierung nötig. Die Nutzer müssen sich in einer Web-App registrieren und erhalten nach der erfolgten Registrierung die Anleitung zum Spül- bzw. Gurgelprozess.

Das gut verschlossene Testset soll danach wieder an die zuständige Gemeinde retourniert werden. Die Testergebnisse würden dann per E-Mail an die jeweiligen Testpersonen versandt, die sich zuvor mit ihren persönlichen Daten registriert haben.

„Jüngere Generationen können beispielsweise die älteren Generationen eines Haushaltes bei der technischen Abwicklung der PCR-Gurgeltests unterstützen – jeweils unter Einhaltung der bestehenden Corona-Bestimmungen und Hygienevorgaben“, betont BH Brandl. Sollte der Gurgeltest zu Hause technisch nicht umsetzbar sein, stehe das Testangebot an Teststraßen, bei niedergelassenen Ärzten und Apotheken zur Verfügung. Testungen sind an den Teststandorten Schwaz/Stans (PCR- und Antigen-Test), Fügen (PCR- und Antigen-Test), Zell am Ziller (PCR-Test) und Mayrhofen (Antigen-Test) möglich.

Die großflächige Testung dient vor allem auch zur Eindämmung der südafrikanischen Mutation des Covid-19-Virus. Gestern gab es 176 bestätigte und 256 unbestätigte Fälle der Südafrika-Mutation in Tirol, 60 % entfallen auf den Bezirk Schwaz. Hier gab es gestern 196 aktiv an Covid-19 Erkrankte, vier weniger als tags zuvor. 7293 Schwazer sind bereits genesen. In stationärer Behandlung im BKH Schwaz waren gestern neun Corona-Infizierte auf der Normal- und einer auf der Intensivstation. (ad)


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