Elektrofilter beim Fernheizwerk Stams beruhigt die Gemüter

Das Fernheizwerk Stams hat aufgerüstet und liegt jetzt unter den erforderlichen Abgaswerten.

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Das Stamser Fernheizwerk hat eine neue Filteranlage und ist zu 100 Prozent ausgelastet.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Stams – Vergangenes Jahr wurde die Abgasreinigung des Fernheizwerkes Stams auf neue Beine gestellt. In der letzten Gemeinderatssitzung konnte nun Bürgermeister und Heizwerkgeschäftsführer Franz Gallop das Messgutachten präsentieren: Der Elektrofilter scheint bestens zu wirken. „Der Staubgehalt ist auf zwei Milligramm gesunken“, sagt er gegenüber der TT. „Im Dezember bei Volllast lag er bei 7,5 Milligramm – wir haben bis zu 20 Milligramm genehmigt“, ist er überzeugt, dass sich die gut 450.000 Euro an Investitionen ausgezahlt haben.

Einer der schärfsten Kritiker der Situation in den vergangenen Jahren war und ist Gemeinderat Peter Thaler, der zugleich auch Anrainer der Anlage ist. „Ich gehe davon aus, dass es jetzt passt. Subjektiv habe ich den Eindruck, dass die Geruchsbelästigung weniger geworden ist. Aber ich werde die Messdaten noch einmal extern überprüfen lassen“, sagt der oppositionelle Gemeinderat.

Die Abgase des Heizkraftwerkes werden in einem dreiteiligen Prozess behandelt. Als erstes wirkt ein Zyklonfilter, der 90 Prozent der Feinstaubpartikel absondert. Als Nächstes kommt das Rauchgas zum Elektrofilter, der ionisierte Staubpartikel herauszieht. Diese beiden Verfahren würden 99,9 Prozent der Schadstoffe absondern. In der dritten Phase kann aus dem austretenden Rauchgas noch einmal zehn Prozent Energie gewonnen werden.

„90 Prozent des Wärmebedarfs im Zentrum von Stams werden vom Heizwerk abgedeckt“, erklärt Gallop. Unter den rund 80 Anschlüssen befinden sich das Stift ebenso wie das Schigymnasium oder auch das Gewerbegebiet. „Wir sind eigentlich zu 100 Prozent ausgelastet“, erklärt der Bürgermeister weiter. Deshalb sei es gut, wenn heuer ein weiteres Kraftwerk dazukomme. Es handelt sich um eine Hackschnitzel-Holzvergasung, deren Abwärme vom Stamser Fernheizwerk genutzt werden kann. „Dabei geht es um 500 kW Wärme, die das Jahr über geliefert werden kann“, erklärt Gallop. „Mit dieser Menge können wir dann über den Sommer unser Heizwerk abschalten.“ Bis zum Winter soll es betriebsbereit sein, hofft Gallop.

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