Tiroler Selbsthilfegruppen in Corona-Zeiten: „Situation doppelt schwierig“

Die Pandemie hat auch die Arbeit von Selbsthilfegruppen mächtig durcheinandergerüttelt.

Der Austausch ist wichtig, doch persönliche Treffen der Selbsthilfegruppen sind kaum möglich. Die Gruppenräume sind geschlossen.
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Innsbruck — Die Pandemie hat auch die Arbeit von Selbsthilfegruppen mächtig durcheinandergerüttelt. Gerade in Zeiten, wo ein Austausch mit anderen so wichtig ist, werden soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert. Bestehende Selbsthilfegruppen konnten sich vom einen auf den anderen Tag nicht mehr treffen.

„Wir haben viele Anfragen von Menschen, die eine Gruppe gründen möchten. Einige warten schon seit März letzten Jahres auf den Start“, berichtet Heidi Kostenzer vom Dachverband der Selbsthilfe Tirol. „Im vergangenen Sommer hat eine Angehörigengruppe von Jugendlichen mit Essstörungen die Arbeit begonnen – leider mussten wir im Herbst unsere Räume wieder zusperren.“ Viele Teilnehmer, wie etwa die SHG „Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter“ sind aber sehr kreativ geworden und standen online im regen Kontakt. Auch die Gruppe „Tinnitus Tirol“ nutzte die Zeit des „Social Distancing“, um neue Kommunikationskanäle wie Instagram oder Facebook kennen zu lernen.

Die Mitglieder der SHG „Lebenslang, doch endlich frei – sexueller Missbrauch“ konnten sich unter Einhaltung aller Vorschriften sogar persönlich treffen. „Zum Erhalt der psychischen Gesundheit waren therapeutische Treffen möglich“, erzählt Alexandra Salvenmoser, die die Gruppe seit zehn Jahren leitet. Gerade für Menschen, die sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden, sei die Situation doppelt schwierig. Der Kontakt mit anderen Betroffen sei ein wichtiger Anker. Nun hofft man darauf, die Gruppenräume im März wieder öffnen zu können. (nic)

Nähere Informationen auf www.selbsthilfe-tirol.at

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