Rekordwachstum in St. Johann beim Breitband durch Home-Office

Auch nach zwei Lockdowns ist der Heiz-Energiebedarf in St. Johann leicht gesunken. Schnelles Internet ist aber so gefragt wie noch nie.

Auch das neue Kinderbetreuungszentrum in St. Johann wird an das Ortswärme-Netz angeschlossen.
© Ortswärme St. Johann

Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Auch wenn das Kundenbüro der Ortswärme St. Johann aufgrund der beiden Lockdowns geschlossen hatte, gab es keinen Geschäftseinbruch. Ganz im Gegenteil: Gerade die Glas­faseranschlüsse waren wegen Home-Office und Distance Learning ein Renner.

Im Jahr 2010 konnten erste Kunden Glasfaser-Breitband von der Ortswärme nutzen. Inzwischen werden mit dem Angebot deutlich über 1000 Haushalte und Betriebe versorgt, heißt es seitens der Ortswärme, die aus den Gesellschaftern Marktgemeinde St. Johann, Fritz Egger GmbH und Gemeinde Oberndorf besteht. Mit der zusätzlichen Nachfrage aus dem ersten Lockdown kamen zwischen Ende Juli und Ende November noch einmal 232 Neu­bestellungen dazu.

Das kam auch dem örtlichen Einzelhandel zugute: Um möglichst vielen Bürgern die Nutzung von Glasfaser zu ermöglichen, wurde schon Anfang des Jahres mit dem Ortsmarketing St. Johann ein­e Kooperation vereinbart, dass innerhalb eines Aktionszeitraumes jeder Neukunde einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Euro erhält. So konnten sich nicht nur die neuen Kunden über diesen Bonus freuen, sondern es konnten auch zusätzlich 11.600 an regionaler Wertschöpfung generiert werden.

„Viele haben während des Lockdowns auch unser Online-Bestellmodul verwendet. Dort gibt es auch einen Verfügbarkeits-Check“, erklärt Ortswärme-Geschäftsführer Fritz Obernauer. Gerad­e im März und April sei von Obernauer und seinen zehn Mitarbeitern viel auch über das Telefon erledigt worden. 2020 wurden insgesamt 29 Gebäude neu an das Glasfasernetz der Ortswärme in St. Johann und Oberndorf angeschlossen und in Betrieb genommen.

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Dabei wurde wie in den Vorjahren wieder versucht, Synergieeffekte im Sinne von kostensparenden Mitverlegungen mit anderen Infrastrukturen wie z. B. Wasse­r, Kanal, Strom, Erdgas zu nutzen, sodass auch für Hausbesitzer außerhalb des Ortszentrums Glasfaser-Erschließungen erschwinglich werden.

Es bestehe aber auch weiterhin Interesse, Gebäude an die Ortswärme anzuschließen, die hauptsächlich aus der Abwärme des Egger-Werkes generiert wird.

Im abgelaufenen Jahr wurden in den bestehenden Versorgungsflächen in St. Johann und Oberndorf wieder 22 Gebäude neu an das Wärmenetz angeschlossen. So konnten in der St. Johanner Pass-Thurn-Straße zwei große Einzelhandelsbetriebe erschlossen werden. Daneben zählen Einfamilienhäuser genauso wie der Neubau des Kinderzentrums oder bestehende Mehrfamilienhäuser, zum Beispiel in der Meranerstraße, zu den zusätzlich versorgten Abnehmern.

Bis Ende 2020 waren somit insgesamt 766 Gebäude angeschlossen, die Versorgungsdichte in den erschlossenen Straßenzügen beträgt mehr als 80 Prozent.

Laut Obernauer kommen jährlich zwischen 15 und 30 Neuanschlüsse dazu. Noch sei ausreichend Kapazität vorhanden. Die 2020 an alle Kunden abgegebene Energiemenge betrug 58,3 GWh (2019: 60,2 GWh) und lag somit um rund 3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Das entspricht fast exakt den Ausführungen der Zentralanstalt für Meteorologie, die für das Jahr 2020 eine Reduktion des Heizbedarfs von 3,1 Prozent ermittelt hat. Die gesamte CO2-Einsparung durch Ortswärmenetz und Egger-Werk beträgt im Jahr 28.000 Tonnen.

„Die monatlichen Akontozahlungen der Kunden richten sich immer nach dem langjährigen Durchschnitt. Aufgrund des verminderten Heizbedarfs konnte für die meisten Kunden im Zuge der Jahresabrechnung eine Gutschrift ermittelt werden, welche bis Ende Jänner zur Auszahlung gelangt ist“, erklärt Obernauer.

Für 2021 sind weiterhin Neuerschließungen mit Nahwärme und Glasfaser – Breitband geplant. Hier soll wie gehabt weiterhin bedarfsorientiert, sprich Gebiete mit mehreren Interessenten genießen höhere Priorität, gearbeitet werden.


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