Winterdienst: Salzige Straßen und steinige Wege in Tirol

Der Winterdienst sorgt für Sicherheit auf Tirols Straßen. Sole statt pures Salz soll dabei die Umwelt schonen.

Der Salzverbrauch bei der Asfinag liegt heuer über dem Schnitt.
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Von Rosa Karbon

Innsbruck – Jährlich werden mehrere tausend Tonnen Salz auf den Tiroler Straßen ausgestreut. Dabei treffen Verkehrssicherheit und Umweltschutz aufeinander.

Je nach Art des Verkehrsweges sind unterschiedliche Institutionen im Einsatz. Für die Autobahnen und Schnellstraßen ist in Tirol die Asfinag zuständig. „Etwa 10.000 Tonnen Salz benötigen wir in einem normalen Winter. Heuer hatten wir dieses Jahrespensum bereits Ende Jänner verbraucht“, sagt der Regionalleiter der Asfinag, Klaus Gspan. Durch den Einsatz eines eigenen Wetterprognosesystems wird für jeden Straßenabschnitt individuell ein Einsatz geplant. Über 50 Winterdienst-Lkw und externe Frächter sorgen dann für eisfreie und geräumte Straßen.

Das aufgetragene Salz befreit die Wege zwar schnell von Eis und Schnee, belastet aber die Umwelt. Es sickert in das Grundwasser und strapaziert damit das Ökosystem, verändert den Nährstoffhaushalt von Pflanzen und verletzt die Pfoten von Tieren.

In einem durchschnittlichen Winter werden auf dem 2240 Kilometer langen Tiroler Landesstraßennetz vom Winterdienst des Landes Tirol 29.000 Tonnen Salz aufgetragen. Dabei wird dem Trockensalz immer mehr Sole, ein Gemisch aus Salz und Wasser, beigemischt. Der Vorteil: Das so genannte Feuchtsalz wirkt sofort, kann bei Temperaturen bis minus 20 Grad eingesetzt werden und hat mit etwa 20 Prozent einen wesentlich geringeren Salzbedarf. „Seit zwei Jahren haben wir in Tirol sogar ein Fahrzeug mit reiner Sole im Einsatz, dadurch kann noch mehr Salz eingespart werden“, zeigt sich Bernd Stigger, Leiter des Sachgebietes Straßenerhaltung des Landes Tirol, erfreut.

In Innsbruck setzt man aus Gründen des Umweltschutzes in der Nähe von Grünanlagen auf ein anderes Streugut. „An den Rad- und Gehwegen entlang der Sill und des Inns sowie in den Parkanlagen verwenden wir hauptsächlich den umweltfreundlicheren Streu-Splitt. Davon profitieren nicht nur Wiesen und Sträucher, sondern auch Tier­e“, erklärt Thomas Klingler, Amtsleiter der Abteilung für Grünanlagen der Stadt. Zwar verletzt auch Kies die Pfoten von Hunden und Katzen, jedoch bleibt dieser nicht daran kleben. Doch ebenso wie die Kiesberge häufen sich auch die Beschwerden vonseiten der Bevölkerung, insbesondere verärgerter Radfahrer. Ein Ende ist allerdings in Sicht. „Dank der milderen Temperaturen können wir ab jetzt mit dem Zusammenkehren des Splitts beginnen“, sagt Thomas Klingler.


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