„Es stehen nur noch Mauerreste“: Griesner Alm in Kirchdorf abgebrannt

In der Nacht auf gestern brach in der Griesner Alm im Kaiserbachtal ein Feuer aus. Verletzt wurde niemand, das beliebte Ausflugsgasthaus allerdings komplett zerstört. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig.

Gegen 6 Uhr am Morgen trafen die Einsatzkräfte bei der Griesner Alm im Kaiserbachtal in der Gemeinde Kirchdorf in Tirol ein. Da standen das Haupt- und ein Nebengebäude bereits in Vollbrand, weshalb davon ausgegangen wird, dass das Feuer bereits einige Stunden zuvor ausgebrochen sein könnte. Bis in den späten Donnerstagnachmittag hinein waren die Feuerwehren mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.
© zoom.tirol

Von Benedikt Mair

Kirchdorf in Tirol – Die Griesner Alm, auf knapp über 1000 Metern Höhe im Tiroler Unterland gelegen, besuchen an guten Tagen mehrere tausend Menschen. Von dort aus besteigen sie die umliegenden Berge oder verweilen bloß und genießen den Blick auf den Wilden Kaiser. In der Nacht auf gestern brach im beliebten Ausflugsgasthaus in Kirchdorf am Ende der Mautstraße ins Kaiserbachtal aus bislang unbekannter Ursache ein Feuer aus. Das Haupt- und ein Nebengebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder.

Alarm schlug gegen 5.30 Uhr ein junger Mann, der auf dem Weg zur benachbarten Fischbachalm war. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte wenig später standen die Häuser bereits in Vollbrand. „Wir gehen deshalb davon aus, dass das Feuer schon viel früher, irgendwann in der Nacht, ausgebrochen ist“, sagt Josef Wörgötter, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr von Kirchdorf.

📽️ Video | Griesner Alm bei Brand zerstört

Der Einsatz gestaltete sich schwierig, „durch das Gebiet fließt nur ein kleiner Bach durch, der derzeit wenig Wasser führt. Deshalb wurde mit vier Tankwägen, die jeweils 3000 Liter fassen, ein Pendelverkehr eingerichtet und Wasser von einem mehrere Kilometer entfernten Teich herangebracht. Jeder der Wägen musste mehrmals hin- und herfahren“. Über 130 Feuerwehrleute von sechs Wehren aus den umliegenden Gemeinden waren mit 22 Fahrzeugen vor Ort. „Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in den Donnerstagnachmittag hinein“, erzählt Wörgötter.

Mit zwei Kranwägen konnte das Blechdach entfernt werden.
Josef Wörgötter (Feuerwehrkommandant)

Um den Brand auch im Inneren des dreistöckigen Hauptgebäudes zu löschen, musste schweres Gerät aufgefahren werden. „Mit zwei Kranwägen konnte das Blechdach entfernt werden“, sagt der Feuerwehrkommandant. Wie hoch der Schaden ist, kann noch nicht beziffert werden. „Es stehen nur noch Mauerreste“, berichtet Wörgötter. „Sowohl beim großen Gasthaus als auch bei der viel älteren Uralm, die sich gleich daneben befindet.“

Brandursache muss noch ermittelt werden

Verletzt wurde niemand. Die Griesner Alm, die eigentlich Platz für mehrere Dutzend Übernachtungsgäste bietet, war unbewohnt. Auch die Wirtsfamilie war nicht vor Ort. Wie es zu dem Feuer kam, ist völlig unklar. Die Polizei teilte gestern mit, dass heute ein Brandermittler und ein Sachverständiger der Brandverhütungsstelle Tirol die Ursachenforschung aufnehmen sollen. Ob dann im Laufe des Freitags schon mit einem Ergebnis zu rechnen ist, wurde nicht bekannt gegeben.

Das Gasthaus, über Generationen aufgebaut, hat einen hohen Stellenwert im Ort.
Gerhard Obermüller (Bürgermeister Kirchdorf)

„Ob für einen Kaffee, ein Essen, zum Berge-Schauen oder Bergsteigen – die Alm, über die Straße leicht zu erreichen, wurde von Einheimischen wie Touristen gern besucht“, meint der Bürgermeister von Kirchdorf, Gerhard Obermüller. „Das Gasthaus, in jahrzehntelanger Arbeit über mehrere Generationen hinweg aufgebaut, hat einen hohen Stellenwert im Ort. Solang ich mich erinnern kann, gibt es das.“ Obermüller sagt, er sei am Vormittag im Kaiserbachtal gewesen um sich ein Bild vom Einsatz zu machen, anschließend habe er die Wirtsfamilie besucht und den Leuten Mut zugesprochen. „Das sind liebe, nette und erfolgreiche Leute. Ich habe im Namen der Gemeinde Hilfe angeboten.“ Zum einen bei Behördegängen oder in Versicherungsfragen. Aber auch dann, wenn der Druck, erzeugt durch den Verlust der Existenzgrundlage, zu groß wird. Obermüller hofft, „dass die Familie das verkraften wird.“


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