Drei Jahre Haft für zwei Fahrraddiebstähle in Innsbruck

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Ein Maler hat es in Innsbruck auf Fahrräder abgesehen. Am Tatort blieb das aufgezwickte Schloss zurück – darauf die DNA des Täters.
© FELLRE

Ein Maler aus Innsbruck zeigte gestern am Landesgericht erneut vor, dass man es im Umgang mit der Strafjustiz nicht unbedingt ausreizen sollte. Erst letzten Mai war der Russe nach einem Fahrraddiebstahl aus dem Gefängnis entlassen worden. Aufgrund des Vorstrafenregisters (Stand gestern 12 Vorstrafen, zehn zu Diebstahl einschlägig) waren über den Wiederholungstäter saftige eineinhalb Jahre Haft ergangen. Trotz dieser Warnung griff der 46-Jährige schon im September wieder zur Zange. Am Hauptbahnhof fand sich dann mit einem Drahtesel im Wert von 200 Euro das nächste Objekt der Begierde. Der Eigentümer fand am Tatort später nur noch das aufgezwickte Schloss vor und verständigte die Polizei. Diese konnte darauf DNA-Spuren von zwei Personen sicherstellen – und zwar vom Fahrradeigentümer und vom amtsbekannten Maler. Dieser erschien gestern nicht zum Prozess. Bei der Polizei meinte er nur, dass er oft am Bahnhof sei und wohl so an dem Schloss gestreift sei. Richter Georg Putz nahm diese Verantwortung „zur Kenntnis“ und verurteilte den 46-Jährigen in Abwesenheit nochmals zu eineinhalb Jahren Haft wegen Einbruchsdiebstahls: „Eigentlich hätte es aufgrund des Rückfalls mehr geben müssen. Aber das halte ich hierfür einfach nicht für angemessen“, so Richter Putz.

Ein medizinisches Gutachten muss indes die Verantwortung eines 26-Jährigen klären, der trotz positiver Covid-Testung noch zu seiner Freundin gefahren war. Laut Verteidiger Michael Harthaller ist nämlich die „Viruslast“ seines Mandanten derartig gering gewesen, dass ein Arzt eine Ansteckungsgefahr als höchst unwahrscheinlich qualifiziert hätte. Die zuständige Bezirkshauptmannschaft ging aber trotz des Grenzfalls lieber auf Nummer sicher, verordnete Quarantäne und schickte einen Absonderungsbescheid. Auf diesen will der 26-Jährige dann gewartet und nicht bemerkt haben, dass er im Spam-Ordner seines Mailprogramms gelandet war. Zur Freundin war er jedoch dennoch mit Maske gefahren und soll ihr im Vorraum den Laptop neu aufgesetzt haben. Eine – beantragte – Diversion wertete Richter Putz „als falsches Signal an die Öffentlichkeit“. (fell)

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