Unverständnis bei Eltern: Tests in Schulen nicht fürs Reintesten geeignet

Viele Eltern verstehen die Logik der Teststrategie nicht. Vor allem die Bestimmung, dass Kinder, die in den Schulen für den Präsenzunterricht getestet werden, diese 48 Stunden nicht nützen können, um sich etwa ins Skifahren oder zum Friseur reinzutesten.

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Die so genannten „Nasenbohrer“-Tests sind gut, es fehlt aber die ärztliche Bestätigung.
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Innsbruck – Viele Eltern verstehen die Logik der Teststrategie nicht. Vor allem die Bestimmung, dass Kinder, die in den Schulen für den Präsenzunterricht getestet werden, diese 48 Stunden nicht nützen können, um sich etwa ins Skifahren oder zum Friseur reinzutesten.

Igor Theurl, Labormediziner und Internist, führt dazu aus, dass die Tests „qualitativ sicher passen“. Das Problem sieht er bei der Ausstellung der Bestätigungen. „Die Antigen-Tests zum Reintesten werden von medizinischem Personal durchgeführt. Diese Personen müssen dann auch die Verantwortung übernehmen, falls jemand falsch positiv, oder auch falsch negativ, ist“, erklärt der Mediziner.

Test erfüllt seine Aufgabe

Im geschlossenen System Schule erfülle der Test, der von den Kindern selbst durchgeführt werde, seine Aufgabe, eventuell positive Kinder herauszufinden, sehr gut, aber es brauche eine ärztliche Bestätigung für den Selbsttest. „Das ist so ähnlich wie in den Firmen, da kann der interne Test binnen 48 Stunden nur deshalb zum Reintesten verwendet werden, weil er durch den Betriebsarzt erfolgt. Kein Chef kann für einen Selbsttest, den die Mitarbeiter machen, eine Bestätigung ausstellen.“

Klaus Kapelari, Vizepräsident der Tiroler Ärztekammer, gesteht zu, dass die Bestimmung auf den ersten Blick nicht logisch erscheint, da es sich ja jeweils um Antigen-Schnelltests handle. „Es gibt ganz klare Studien, dass diese so genannten ,Nasenbohrer‘-Tests sehr gut sind und wenn sie positiv anzeigen, wird ohnehin ein PCR-Test angeordnet.“ Das wahre Problem sieht auch er in der Organisation der Bestätigungen. Schulärzte dürften seines Wissens nach keine derartigen Bestätigungen ausstellen. Zudem seien die Schulärzte ja nur wenige Stunden pro Woche vor Ort. „Diese Tests sind so gut, weil sie es ermöglichen, eine große Zahl von Schülern rasch durchzutesten. So können sie endlich wieder ihr Recht auf Bildung im Rahmen des Präsenzunterrichts wahrnehmen“, sagt der Kinderarzt. Das sei quasi ein Sicherheitsnetz.

"Öffnung war wichtig und richtig"

Auch Elternvertreter Christoph Drexler ist die Rückkehr der Kinder und Jugendlichen an die Schulen das Wichtigste. Er verstehe aber, dass viele kritisieren, dass die „Nasenbohrer“-Tests nur an den Bildungseinrichtungen gelten. „Es gibt dort eine Vielzahl zusätzlicher Hygienemaßnahmen. Bisher wurden wenige Kinder positiv getestet, das zeigt, dass die Öffnung nicht nur wichtig, sondern auch richtig war.“ Wobei Hygienemaßnahmen auch beim Reintesten ständiger Begleiter seien.

Landesschulärztin Claudia Mark macht klar, dass Schulärzte per Gesetz kein Attest ausstellen dürfen. „Generell ist es so, dass jeder Arzt nur Untersuchungen bestätigen darf, die er selbst durchgeführt hat. Auch wenn die Schulärzte vom Bund befugt wären, Bestätigungen auszustellen, ist das zeitlich nicht organisierbar.“ (pla)


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