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Osterbräuche in Tirol: „Da bräuchte es ein Wunder“

2020 fielen viele uralte Osterbräuche Corona zum Opfer. Heuer hofft so mancher auf etwas Normalität – andere haben die Hoffnung bereits aufgegeben.

Die Grabbruderschaft in Pfunds.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Pfunds, Imst, St. Anton – In lange, dunkle Mäntel gekleidet, mit andächtigen Mienen und schweigend betreten die Männer die Liebfrauenkirche in Pfunds. Es ist ein mystischer Anblick. Seit 1511 wird in der Obergrichter Gemeinde ein besonderer Osterbrauch bewahrt. Zu Karwoche kommt dort die Heiliggrab-Bruderschaft zusammen. Die Mitgliedschaft wird vom Vater auf den Sohn vererbt. 24 Stunden lang wachen die Männer in wechselnden Gruppen betend vor dem Ostergrab – von 15 Uhr an Karfreitag bis um 15 Uhr an Karsamstag.

Dann kam 2020 und es passierte, was vorher undenkbar schien – selbst während der Weltkriege. Die Mäntel der Grabbrüder blieben das erste Mal im Kasten. Das immaterielle Kulturerbe pausierte und mit ihm viele andere Traditionen in der Fastenzeit. Ein Jahr nach Beginn der Pandemie steht nun Ostern wieder vor der Tür.


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