Pumpsysteme auf dem Prüfstand: Land erforscht das Zillertaler Grundwasser

Machten sich in Ried ein Bild von den Bohrungen: LHStv. Josef Geisler, Ruper­t Ebenbichler, BM Hansjörg Jäger, Markus Federspiel (v. l.).
© Land Tirol

Ried i. Z. – Wie sinnvoll ist das Heizen und Kühlen mittels Grundwasserpump­systemen im mittleren Zillertal? Antworten darauf sollen Grundwasser­schichtenpläne geben, die das Land Tirol bis Anfang nächsten Jahres erstelle­n will. Noch bis Ende März finden daher zwischen Fügen und Aschau an zwölf Stellen Bohrungen statt und es werden Grundwasser-Mess­stellen errichtet. Ried und andere Gemeinden sowie private Grundeigentümer stellen in ihrem Eigentum stehende Grundstücke für die Bohrungen und die Errichtung von Grundwassersonden zur Verfügung.

„Wir wollen Bauherren ein­e Entscheidungshilfe bei der Wahl ihres künftigen Heiz- oder auch Kühlsystems bieten“, begründet Energiereferent LHStv. Josef Geisler die Landesinitiative. Mächtigkeit, Ergiebigkeit und Fließgeschwindigkeit des Grundwassers werden erkundet, damit das geothermische Potenzial des Grundwassers erhoben werden kann, informiert Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft beim Land Tirol.

Abgewickelt wird das Projekt von der landeseigenen Wasser Tirol. Geschäftsführer Rupert Ebenbichler: „Im Zug­e des Projekts werden zwölf Sonden mit einer Tiefe zwischen neun und 44 Metern gebohrt. Sie bilden gemeinsam mit 33 bestehenden Sonden die Basis für die Messungen, die bei Grundwassserniedrigstand im Winter und Grundwasserhoch­stand im Sommer durchgeführt werden.“ Die Projektkosten betragen 240.000 Euro.

Für das vordere Zillertal liegen bereits seit Mitte 2017 Grundwasserschichtenpläne vor. Wurden zum damaligen Zeitpunkt 14 Gebäude mit Grundwasser-Wärmepumpen beheizt, werden aktuell bereits 23 Grundwasser-Wärmepumpen in diesem Gebiet verzeichnet. Insgesamt könnten im zwischen Strass und Fügen 700 Niedrig­energiehäuser sauber und effizient mit Grundwasser beheizt oder auch gekühlt werden. (TT)


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