Wettbewerb beendet: Pflegezentrum beim BKH Reutte nimmt Formen an

Die Würfel sind gefallen: Das neue Pflegezentrum wird als U-förmiger Baukörper auf den Hang hinter dem Bezirks­krankenhaus gestellt und dockt mit einer Brücke an das bestehende Heim an.
© Abteilung Dorferneuerung/Land Tirol

Ehenbichl – Dass der Bezirk Reutte beim Ausbau von stationären Pflegebetten großen Nachholbedarf hat, ist hinlänglich bekannt. Nach der Grundsatzentscheidung über den Standort wurde zwischenzeitlich ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

Im Rahmen des EU-weit offenen Verfahrens im Oberschwellenbereich wurden 25 Projekte fristgerecht eingereicht. Nach einer Vorprüfung wurden die Projekte von einem 13-köpfigen Preisgericht, bestehend aus Bürgermeistern, der Heim- und der Pflegedienstleitung und Architekten, am Mittwoch beurteilt.

Einstimmig zum Sieger wurde letztlich der Entwurf des Innsbrucker Büros „Gsottbauer Architekturwerkstatt“ gekürt. Dieser hat in mehrfacher Hinsicht überzeugt, wie es in der Juryentscheidung heißt. Zum einen sei der öffentlichste Bereich, das Café, nicht wie bei vielen anderen eingereichten Projekten auf Platzniveau, sondern zwei Geschoße darüber, sodass bereits hier ein Ausblick nach Süden über das bestehende Pflegeheim bzw. Krankenhaus möglich werde. An dieser Stelle docke auch die Verbindungsbrücke zum Bestandsheim an und münde dort in einen Aufenthaltsbereich. Der Eingang liege auf Platzebene und sei dem bestehenden Heimeingang klar gegenübergesetzt. Im Heim selbst sei eine klare Übersicht gegeben, in allen Geschoßen durchwirke der Grünraum das Gebäude und erzeuge so hochwertige Aufenthaltsbereiche. Die Klarheit und Übersichtlichkeit komme sowohl der Betreuung als auch den logisch positionierten Pflegestützpunkten zugute.

Der Pflegeheimverband hat damit nun die Grund­lage für eine rasche Realisierung der dringend benötigten Pflegebetten geschaffen. „Man könnte auch sagen: Die größte Hürde ist genommen. In den Gremien des Verbandes werden nun die weiteren Schritte beschlossen. Neben der Beauftragung eines Generalunternehmens steht auch die Umsetzung des gesamten Vorhabens durch einen Wohnbauträger zur Diskussion“, führt Verbandsobmann Aurel Schmidhofer die weitere Vorgangsweise aus.

„Die Erweiterung des Pflegezentrums beim Bezirkskrankenhaus ist eine Herzensangelegenheit des Verbandes. Bei der Entscheidungsfindung standen immer die Bedürfnisse der zu pflegenden Menschen und der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Die Verbindung zum bestehenden Wohn- und Pflegeheim ,Haus Ehrenberg‘ sowie zum Krankenhaus und zum Naherholungsgebiet Sintwag wird eine Bereicherung für den ganzen Bezirk sein“, ist sich Standortbürgermeister Wolfgang Winkler sicher.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Ab 1. März werden die eingereichten Architektenentwürfe zwei Wochen in der Wirtschaftskammer Reutte der Öffentlichkeit präsentiert. (TT, fasi)


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