White Cube und Black Box: Neuer Kunstraum entsteht in neuem Raiqa

Dorit Margreiter wird den aktuell noch namenlosen Raum der RLB Tirol im neuen Raiqa-Areal gestalten.

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2019 widmete das mumok in Wien Dorit Margreiter eine umfassende Personale, in der die Künstlerin einen ganzen Raum zur künstlerischen Installation umwandelte. Zu sehen darin: ihr Film „Mirror Maze“.
© Margreiter

Innsbruck – Ein neuer Raum für die Kunst wird entstehen, das hieß es schon 2019, als mit dem Abbruch des Hauptsitzes der Raiffeisen-Landesbank in der Innsbrucker Adamgasse feststand, dass auch die RLB-Kunstbrücke in ihrer ursprünglichen Form ein Ende finden wird. Anfang 2020 wurde das Raiqa vorgestellt, wie das Areal zwischen Bahnhof und Adamgasse in Zukunft heißen wird. Nicht nur eine Bank, sondern ein ganzes Quartier lassen die Architekten Pichler & Traupmann entstehen – Hotel und Sky-Bar inklusive. Kostenpunkt für das Prestigeprojekt: 140 Millionen Euro.

Mit den Details zum geplanten Kunstraum ließ man sich noch ein Jahr Zeit, gestern aber durfte die langjährige Kunstbrücke-Leiterin Silvia Höller erste Einblicke geben: 220 Quadratmeter werden ihr zukünftig für Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Bereits von der Adamgasse aus soll die Kunst einsehbar werden. Und ein weiterer Coup: Die Künstlerin Dorit Margreiter wird den (noch) namenlosen Raum künstlerisch bearbeiten.

Dorit Margreiter.
© Rohrauer

In enger Zusammenarbeit mit dem Architektenteam werde ein Ort entstehen, der flexibel gestaltbar und ressourcenschonend gestaltet ist, erklärt Margreiter bei der gestrigen Online-Präsentation des Projekts. „Ich möchte einen Raum entwerfen, der die Zukunft des Ausstellungsmachens mitdenkt“, so die Künstlerin. Ihr Ansatz berücksichtigt klassische Hängungen von Malerei ebenso wie raumgreifende Installationen, Sound und Performance – ein Raum, der sich vom White Cube zur Black Box wandeln kann. Auch Parallelbespielungen sind möglich.

Für Nicht-Klassisches hatte Silvia Höller in der Ex-Kunstbrücke aufgrund ihrer Beschaffenheit bisher wenig Platz. Margreiter liefert im neuen Raum für sie die Perspektive einer Künstlerin, die sich in ihrer Arbeit mit der Praxis des Ausstellens selbst beschäftigt. Auch mit Großprojekten hat Margreiter Erfahrung: 2009 folgte sie der Einladung von Valie Export und Silvia Eibl­mayr, die bis 2008 das Innsbrucker Taxispalais leitete, in den österreichischen Pavillon der 53. Biennale. Neben Elk­e Krystufek und den Tirolern Franziska und Lois Weinberger realisierte sie dort eine Raum-im-Raum-Installation.

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Ihr Konzept für die RLB beschreibt Margreiter deshalb konkret als Raumskulptur: Das System aus Vorhängen und einsetzbaren Wänden habe durchaus skulpturale Qualität. Die Basis bilde ein Schienensystem, das sich außerdem wie eine abstrakte Zeichnung durch den Raum zieht.

Konkreter soll es in den nächsten Monaten werden. Noch zu finalisieren sind Ausstellungskonzept und Name ebenso wie die Vorgangsweise, wie Initiativen, wie etwa der unverzichtbare RLB-Kunstpreis, weitergeführt werden. Nach dem aktuellen Zeitplan soll im Herbst 2023 der Raum eröffnet werden, hofft Höller. Natürlich mit einer Schau zu Dorit Margreiter. (bunt)


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