Tote und Verletzte bei Protesten in Myanmar

In Myanmar ist es am Samstag mit zwei Toten und zahlreichen Verletzten zu den bisher schwersten Zusammenstößen bei Protesten gegen den Militärputsch gekommen. In Mandalay eröffnete die Polizei das Feuer auf streikende Werftarbeiter und andere Demonstranten, nachdem einige mit Schleudern auf die Einsatzkräfte geschossen hatten. „Zwanzig Leute sind verletzt und zwei tot“, sagte Ko Aung, Chef der freiwilligen Nothilfe Parahita Darhi.

Unter den Todesopfern befindet sich den Rettungskräften zufolge auch ein Jugendlicher, dem in den Kopf geschossen wurde. Mehrere hundert Polizisten waren an dem Einsatz auf einer Werft beteiligt. Mindestens fünf Menschen seien außerdem von Gummigeschossen getroffen worden, sagte ein Fotograf, der sich vor Ort befand.

Zudem war aus anderer Quelle von 30 Verletzten die Rede. Zunächst war unklar, ob die Polizei scharfe Munition oder Gummigeschosse eingesetzt hatte. Die Polizei war zunächst für Stellungnahmen nicht erreichbar.

In Mandalay wie in anderen Städten war am Samstag knapp drei Wochen nach dem Putsch keine Abschwächung der Proteste zu beobachten. In Yangon und in Naypyidaw trafen sich junge Menschen zu Trauerzeremonien für Mya Thwate Thwate Khaing. Die junge Frau war an Freitag an dem Folgen ihrer Verletzung gestorben. Vor einer Woche war sie bei einer Kundgebung durch einen Kopfschuss verletzt worden. Nach Angaben der Armee ist ein Polizist an den, während einer Kundgebung zugefügten Verletzungen gestorben.

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Das Militär hatte am 1. Februar die Regierung gestürzt und die De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi festgenommen. An dem Tag hätte das im November neu gewählte Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen sollen. Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NDL) hatte die Wahl mit großem Vorsprung gewonnen, das Militär spricht aber von Betrug.

Die Protestierer fordern die Wiedereinsetzung von Suu Kyi. Außerdem wollen sie die Verfassung von 2008 kippen, in der dem Militär eine prägende Rolle in der Politik zugeschrieben wird. Die Armee hat bis 2011 ununterbrochen in Myanmar geherrscht.


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