Plus

Rätsel um Plastik in Medizin: Ex-Sandoz-Mitarbeiterin in Innsbruck vor Gericht

Eine ehemalige Sandoz-Mitarbeiterin soll Antibiotika-Phiolen absichtlich mit Plastikpartikeln verunreinigt haben. Die Angeklagte bestreitet das allerdings.

In mit Antibiotikum-Pulver gefüllten Phiolen ist im Sandoz-Werk in Kundl Plastik entdeckt worden. Jetzt muss sich eine Ex-Angestellte wegen schwerer Sachbeschädigung am Landesgericht verantworten. (Symbolfoto)
© iStockphoto

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Eine junge Tirolerin musste sich am Montag wegen schwerer Sachbeschädigung am Innsbrucker Landesgericht verantworten. Auf den ersten Blick ein Allerweltsfall, auf den zweiten ein ungewöhnlicher Indizienkrimi mit enormem Schaden. Der Angeklagten wird vorgeworfen, als ehemalige Sandoz-Mitarbeiterin in Kundl Antibiotika mit Plastikpartikeln verunreinigt zu haben. Die Staatsanwältin wirft der Beschuldigte­n konkret vor, die Phiolen mit den Medikamenten geöffnet, mit Fremdkörpern befüllt und dann wieder verschlossen zu haben. Der Schaden beträgt laut Anklage 56.000 Euro.

Sandoz-Anwalt Florian Müller beziffert den Verlust für das Unternehmen hingegen mit über 1,5 Millionen Euro. Weil der Pharma-Konzern die gesamte Produktion aus Sicherheitsgründen nicht auf den Markt bringen konnte. Die Angeklagte weist allerdings jede Schuld von sich. Schon bei der ersten Verhandlung im Jänner wies ihr Verteidiger darauf hin, dass kein Motiv für eine derartige Tat vorhanden sei.


Schlagworte