Jugendredewettbewerb 2021: „Niemand soll schweigen“

Der Jugendredewettbewerb findet erstmals digital statt. Anmeldefrist ist der 3. März.

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Jugendlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf mit den Siegerinnen beim Landesfinale des Jugendredewettbewerbs im Jahr 2019.
© Die Fotografen

Von Rosa Karbon

Innsbruck – „Alles um dich herum wird ausgeblendet, du bist wie in einem Tunnel, sprichst, ohne etwas anderes wahrzunehmen.“ So beschreibt die Landessiegerin von 2019, Carolina Baumgartner, den Moment, vor großem Publikum eine eigene Rede zu halten. Von Reutte aus hat sie ihre Botschaft damals bis nach Wien getragen. „Jeder darf den Mut haben, seine eigenen Interessen zu vertreten“, betont die mittlerweile 17-Jährige.

Der Jugendredewettbewerb dient Jugendlichen ab der achten Schulstufe als Plattform, um ihr rhetorisches Geschick zu schulen und die eigene Meinung zu vertreten. Dabei wird eine Rede zu einem beliebigen Thema, sei es politischer, sozialer oder kultureller Natur, von den Bewerbern erst vorbereitet, dann vorgetragen. In der Regel kommen die Jugendlichen dann nacheinander auf einem Podium vor Publikum zu Wort. „Im vergangenen Jahr musste der Jugendredewettbewerb leider pandemiebedingt entfallen – heuer lassen wir ihn uns kein zweites Mal vom Coronavirus nehmen und starten erstmals eine digitale Variante“, sagt Jugendlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. Die Anmeldungen für die Bezirksbewerbe sind unter www.tirol.gv.at/jugendredewettbewerb möglich. Dort wird auch in Kürze ein Erklärvideo zur digitalen Teilnahme abrufbar sein. Anmeldefrist ist der 3. März, bis zum 14. müssen die gefilmten Beiträge schließlich auf eine Webseite hochgeladen werden.

Nachdem Carolina Baumgartner 2019 erst die Bezirks-Vorausscheidung in Reutte in der Kategorie Klassische Rede der Höheren Schulen für sich entscheiden konnte, wurde sie zum Landeswettbewerb in Innsbruck eingeladen. „Anfangs habe ich vor dem Spiegel geübt“, erinnert sich Baumgartner. „Als ich dann für den Landesbewerb nominiert wurde, habe ich einige Stunden in einem Rhetorikkurs belegt.“ Mit Erfolg: Wenige Wochen später durfte sie mit den Siegern aus den übrigen Kategorien zum Bundesbewerb nach Wien fahren und dort einer Jury vorsprechen. „Wir haben uns eine Woche lang gemeinsam die Stadt angesehen, am letzten Tag war dann das Finale“, erklärt die 17-Jährige.

Fasziniert ist sie von den vielen jungen Menschen, die „sehr viel zu sagen haben und denen nicht alles egal ist“. Teilnehmen könne jeder, denn „niemand soll schweigen, sondern für seine Interessen einstehen“. Dabei muss es für sie nicht unbedingt ein Wettbewerb sein: „Sei es eine Rede in der Schule oder Diskussion mit Freunden, jeder soll für seine Meinung einstehen.“


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