Tiroler Langläufer Moser: „Seefeld war für uns ein richtiger Neuanfang“

Der Tiroler ÖSV-Langläufer Benjamin Moser greift morgen im Sprint ins WM-Geschehen ein. Ein Top-30-Platz wäre „ein Wahnsinn“.

Der Mauracher Benjamin Moser kürte sich kürzlich erstmals zum Sprint-Staatsmeister und freut sich auf seine zweite WM-Teilnahme.
© gepa

Von Benjamin Kiechl

Oberstdorf – Er schwingt gerne selber den Kochlöffel und teilt sich das Appartement im Kleinwalsertal brüderlich mit zwei weiteren ÖSV-Langläufern. Benjamin Moser braucht keinen großen Luxus, um seinen WM-Traum zu leben.

Die Langlauf-Sparte im ÖSV wurde durch die Blut­doping-Enthüllungen der „Operation Aderlass“ im Zug­e der WM 2019 in Seefeld in den Grundfesten erschüttert. Positiv formuliert: ein reinigendes Gewitter. „Seefeld war für uns ein richtiger Neuanfang, das schweißt uns als Team zusammen“, erzählt der Maurache­r, für den die WM-Premiere 2019 vor Heim­publikum (Rang 56 im Sprint) große Emotionen freisetzte.

Für den 23-Jährigen, der öfters daheim am Achensee in den Karwendeltälern beim Training anzutreffen ist, wird es die zweite WM. Bereits morgen hat Moser im Sprint in der klassischen Technik (9 Uhr/Qualifikation, 11.30 Uhr/Finale/live ORF eins) seine erste Chance zu überraschen. Am Sonntag folgt mit Partner Mika Vermeulen der Teamsprint. „Da mir Skating besser liegt, rechne ich mir im Team etwas mehr aus. Natürlich will ich auch im Einzel zeigen, was ich draufhabe.“ Der Finaleinzug (Top 30) wär­e „ein Wahnsinn“.

Beim Weltcup in Dresden kurz vor Weihnachten war der Zollsportler als 33. knapp am Finaleinzug dran, im Teamsprint belegte er den starken 13. Rang. Zusätzliches Selbstvertrauen sammelte Moser am vergangenen Wochenende in Saalfelden mit dem Sprint-Staatsmeistertitel. „Es war mein erster Erfolg in der allgemeinen Klasse!“ Den WM-Feinschliff holte er sich beim Training in der Ramsa­u.

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Gestern hat Moser, der vom Sportwissenschafter Philipp Bachl gecoacht wird, die WM-Loipen in Oberstdorf erstmals getestet. „Voll cool, die Runde ist perfekt und taugt mir.“ Da die für Ende Februar extrem milden Temperaturen dem Schnee zusetzen, hofft der Tiroler auf faire Verhältnisse. „Die hohen Temperaturen setzen uns unter Druck, das muss man klar sagen“, berichtet WM-OK-Chef Florian Stern. Mit Salz soll die Loipe kompakt bleiben. Die Temperaturen von bis zu 15 Grad sorgen für erste Änderungen, die Startzeiten wurden auf den Vormittag verlegt.

Auf einen WM-Glücksbringer hat B-Kader-Athlet Moser verzichtet, sagt er mit einem Lächeln. Seinem Ritual bleibt er dafür im Allgäu treu: „Ich packe meine Tasche immer einen Tag vor dem Rennen.“


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