WAC sieht Auftritt bei Tottenham nach 1:4 als „Bonusspiel“

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Der WAC hat die Chance auf den Aufstieg ins Europa-League-Achtelfinale schon vor dem Rückspiel der Runde der letzten 32 so gut wie verspielt. Nach dem Hinspiel-1:4 in Budapest müsste beim Gastspiel beim englischen Premier-League-Club Tottenham am Mittwoch (18.00 Uhr) ein echtes Fußballwunder passieren. „Ich sehe es als Bonusspiel, in dem wir den WAC und den österreichischen Fußball gegen einen prominenten Gegner gut vertreten wollen“, sagte WAC-Trainer Ferdinand Feldhofer.

Mit einem Weiterkommen wird im Lager der Kärntner nicht mehr spekuliert. „Über Aufstiegschancen oder Favoritenrolle braucht man nicht mehr reden“, betonte der 41-jährige Steirer. Die erfolgreichste Europacupsaison der Club-Geschichte ehrenvoll zu beenden, ist das große Ziel. „Es ist keinesfalls ein touristischer Ausflug, und das soll auch allen klar sein“, sagte Feldhofer vor dem zweiten Spiel des WAC in einer europäischen K.o.-Phase.

Seine Kicker hatten vergangenen Donnerstag die erste Hälfte völlig verschlafen und waren nach Gegentoren von Son Heung-min (13.), Gareth Bale (28.) und Lucas Moura (34.) schnell aussichtslos zurückgelegen. „Wir sind noch immer ein bisschen sauer über die Anfangsphase in Budapest. Den Ärger wollen wir einfach auf den Platz bringen und zeigen, dass wir besser sind und vor allem auch besser verteidigen können“, gab der WAC-Coach die Marschroute vor.

Gelingen muss das neuerlich in einer topmodernen Arena. Nach dem coronabedingten Auftritt im 67.000 Zuschauer fassenden Ausweichstadion Puskas Arena geht es nun im Tottenham Hotspur Stadium zur Sache. Dieses bietet 62.000 Anhängern Platz und wurde erst im März 2019 am ehemaligen Standort des Stadions an der White Hart Lane - Kostenpunkt war mehr als eine Milliarde Euro - eröffnet. Umso bitterer ist es für die WAC-Kicker, dass aufgrund der Coronavirus-Pandemie neuerlich vor leeren Rängen gespielt werden muss. „Es ist für beide nicht von Vorteil, dass keine Fans dabei sind. Aber es ist eine der modernsten Arenen der Welt, das alleine sollte Motivation und Vorfreude genug sein“, erläuterte Feldhofer.

Offen ist welche Bedeutung die Engländer der Partie nach dem deutlichen Hinspielergebnis beimessen. In der Liga hat man fünf der jüngsten sechs Spiele verloren, darunter am Sonntag bei West Ham United mit 1:2, und die Champions-League-Startplätze als Neunter aus den Augen verloren. Die Ligapartie am Sonntag gegen Burnley wird daher als wichtiger gesehen werden. Feldhofer macht sich deshalb aber keine allzu großen Hoffnungen. „Ich denke nicht, dass sie uns auf die leichte Schulter nehmen. Man hat im ersten Spiel gesehen, dass sie uns wirklich sehr ernst genommen haben“, erinnerte der Ex-ÖFB-Teamspieler.

Auch den Liga-Negativlauf der Truppe von Coach Jose Mourinho wollte Feldhofer nicht zu hoch hängen. „Sie haben da alles andere als eine schlechte Leistung geboten. In der Liga fehlt ihnen vielleicht ein bisschen das Glück, das sie gegen uns auf jeden Fall gehabt haben“, meinte der WAC-Trainer.

Selbst konnte man sich am Sonntag über mangelndes Glück nicht beklagen. Dario Vizinger fixierte den 2:1-Erfolg bei Sturm Graz, der ein großer Schritt in Richtung Bundesliga-Meistergruppe war, mit seinem Tor erst in der 90. Minute. „Ich denke, dass wir wieder mehr Selbstvertrauen gewonnen haben, und das spürt man auch“, hofft Feldhofer auf eine positive Auswirkung. Nicht helfen können weiter der nicht fitte Mario Leitgeb und der schon wieder ins Teamtraining eingestiegene Eliel Peretz, der für Mittwoch „noch kein Thema“ ist.


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