Plansee investiert und wächst durch Millionen-Deal mit Ceratizit

Der Tiroler Werkstoff-Spezialist übernimmt die Kontrolle beim weltweit viertgrößten Hartmetallhersteller mit mehr als 7000 Mitarbeitern.

  • Artikel
  • Diskussion
Die Plansee Group will mit der Mehrheitsübernahme von Ceratizit ihre Marktposition in Asien und Amerika ausbauen.
© Plansee Group

Breitenwang – Der weltweit tätige Hochleistungswerkstoffhersteller Plansee mit Sitz in Breitenwang in Tirol investiert trotz der Corona-Krise kräftig und übernimmt mit 1. März die Mehrheit an der Ceratizit S.A. Bisher war die Plansee Group mit 50 Prozent beteiligt, teilte das Unternehmen gestern mit. Mit dem Anteilszukauf hat die Plansee Gruppe auch das alleinige Sagen bei Ceratizit. Über den exakten Umfang der übernommenen Anteile und finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart, erklärte Vorstandssprecher Karlheinz Wex gegenüber der TT. Die Transaktion, für die die Zustimmung der Kartellbehörden noch aussteht, sei aber die größte in der Unternehmensgeschichte und dürfte sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen.

Das Unternehmen Ceratizit ist auf die Herstellung von Werkzeugen aus Hartmetall spezialisiert. „Wir wollen die Erfolgsgeschichte von Ceratizit weiterschreiben – als Mehrheitseigentümer noch schneller und nachhaltiger“, sagt Wex. Plansee halte darüber hinaus Optionen, die restlichen Anteile an Ceratizit innerhalb der kommenden Jahre zu erwerben. „Unser Ziel ist es, eine vollständig integrierte Unternehmensgruppe für die Herstellung und Verarbeitung der Werkstoffe Molybdän und Wolfram zu schaffen“, so Wex.

Die Ceratizit ist im Jahr 2002 nach der Fusion des österreichischen Unternehmens Plansee Tizit mit dem Luxemburger Unternehmen Cerametal entstanden. Die Plansee Group war an dem Joint Venture mit 50 Prozent beteiligt. Seit der Fusion hat Ceratizit laut Angaben von Plansee seinen Umsatz verdreifacht. Der Umsatz soll sich 2019 auf rund 1,2 Mrd. Euro belaufen haben. Damit ist Ceratizit der viertgrößte Hartmetallhersteller der Welt. Mit der Mehrheitsübernahme von Ceratizit wolle man die Marktposition in Asien und den USA stärken, erklärt Wex: „Die Märkte verlagern sich nach Asien und Amerika. Dort müssen wir uns aufstellen.“ Ceratizit betreibt mit rund 7200 Mitarbeitern mehr als 30 Produktionsstandorte in Europa, Nordamerika und Asien und hält weltweit über 1000 Patente.

In Breitenwang investiert Ceratizit aktuell einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in den Bau einer neuen Fertigungshalle. Die Baustelle erstreckt sich über 56.000 Quadratmeter. Die Industrieanlage soll in 1,5 Jahren fertiggestellt werden. 250 bis 300 Mitarbeiter werden künftig in der riesigen Fertigungshalle beschäftigt sein.

Laut Wex spürt die Plansee Gruppe die Erholung der Weltwirtschaft. „Wir spüren eine Belebung, wenngleich wir noch nicht dort sind, wo wir vor einem Jahr waren.“

Die Plansee Group erzielte im Geschäftsjahr 2019/20 einen konsolidierten Umsatz von 1,38 Mrd. Euro. Im Portfolio der Plansee Group (alle Beteiligungen mit mehr als 20 Prozent zusammengerechnet) wurde ein Umsatz von 2,9 Mrd. Euro erzielt. Das Geschäftsjahr endet mit dem letzten Februartag. Das Unternehmen beschäftigt laut eigenen Angaben 7606 Mitarbeiter. Mit allen größeren Beteiligungen beschäftigt die Plansee Gruppe knapp 14.000 Mitarbeiter weltweit. (ecke)


Kommentieren


Schlagworte