Tiroler Kreuzweg in Uganda, nun wird Kindergarten errichtet

Eine Künstlerin der Arche Tirol schuf einen Bilderzyklus für die Pfarre in Kakures. Dort will die Innsbrucker Initiative Deo Gratias als Nächstes einen Kindergarten verwirklichen.

Pfarrer Deogratias Tembo nahm in Kakures die Segnung des 15-teiligen Bilderkreuzweges vor.
© Moser

Von Michael Domanig

Innsbruck, Kakures –Seit Jahren setzt sich Elfriede Moser aus Innsbruck mit ihrer Initiative „Deo Gratias“ schier unermüdlich für die Menschen in Kakures im (nord-)östlichen Uganda ein. Rund ein Dutzend Mal war die ehemalige Gemeinderätin und AK-Kammerrätin schon auf eigene Kosten vor Ort.

Elfriede Moser hatte den Zyklus, den die Künstlerin Birgit Purtscheller (nächstes Bild) mit Unterstützung von Veronika Pircher eigens geschaffen hat, aus Tirol mitgebracht.
© Moser

Um auch in Pandemiezeiten persönlich sicherzustellen, dass die Hilfe ankommt, ließ sie sich im Jänner nicht einmal von einer Odyssee bei der Hin- und Rückreise bremsen, mit einer Serie an Covid-Tests, diversen Auflagen und Einreisebeschränkungen in verschiedenen Ländern, entfallenen Flügen, Umbuchungen, vergessenen Reservierungen und Stunden in der Hotline-Warteschleife.

Mit im über 70 kg schweren Gepäck hatte Moser ein ganz besonderes Geschenk: einen 15-teiligen Bilder-Kreuzweg. Diesen hat die Künstlerin Birgit Purtscheller, die in der Wohngemeinschaft der Arche Tirol in Steinach lebt, mit Unterstützung ihrer Betreuerin Veronika Pircher eigens für Uganda geschaffen. Der Bilderzyklus wird nun in der Kirche in Kakures angebracht, die mithilfe von Deo Gratias errichtet wurde und auch als Seminarhaus dient. Die Segnung des Kreuzwegs vor Ort nahm mit Pfarrer Deogratias Tembo just jener Mann vor, der Mosers Afrikahilfe den Namen gab.

© Moser

Mit der Arche Tirol und Deo Gratias kooperieren hier erstmals zwei Initiativen, die beide vom Verein Quo Vadis unterstützt werden – sehr zur Freude von Quo-Vadis-Obmann Tony Obergantschnig. Die Zusammenarbeit soll noch ausgeweitet werden.

Bei ihrem dreieinhalbwöchigen Aufenthalt hatte Moser auch Geldspenden mit dabei. Sie dienten dem Ankauf von Nahrungsmitteln, vor allem für Schüler, und wichtigen Investitionen in die lokale Infrastruktur. So wurde eine Wasserversorgungsanlage auf Solarbetrieb umgestellt, ebenso Renovierungsarbeiten an Kirche und Gemeindehaus getätigt. Beide Bauprojekte sind inzwischen komplett fertig, auch die Zusammenarbeit mit einem kleinen Krankenhaus, das eine Art Außenstelle in Kakures betreuen soll, ist angelaufen. So soll den Bewohnern der Zugang zu Medikamenten ermöglicht werden. Ein einfacher Durchfall könne derzeit etwa für Babys ein Todesurteil sein, schildert Moser die Lage.

Nächstes großes Ziel ist die Errichtung eines Kindergartens bzw. einer Vorschule – als Außenstelle eines Kindergartens in der Distrikthauptstadt Soroti, den mit dem Ehepaar Martin und Immaculate ebenfalls Mitglieder der engagierten Großfamilie Tembo-Okonye betreiben. „Die Planung ist fertig, das Grundstück gerodet, der Bau soll starten, sobald klar ist, wie es nach Covid in Uganda weitergeht und wann Kindergärten wieder aufsperren können“, erklärt Moser. In ländlichen Regionen habe das Virus bislang zum Glück noch nicht so stark Einzug gehalten.

Die Initiative „Deo Gratias“ hat in Uganda weiterhin viel geplant.
© Moser

Wie immer gehe es auch hier um Hilfe zur Selbsthilfe: „Deo Gratias finanziert die Infrastruktur, der laufende Betrieb wird dann aber vor Ort organisiert. Eine ausgebildete Kindergärtnerin wartet schon auf ihren Einsatz.“

Everest Tembo, ein Bruder von Deogratias und Martin, wurde übrigens erst vor wenigen Tagen zum Bürgermeister des „Subcounty“ Kakures mit einem Einzugsgebiet von ca. 100.000 Einwohnern gewählt. Die ugandischen Präsidentenwahlen im Jänner, bei denen sich Langzeit-Machthaber Yoweri Museveni zum Sieger erklärte, waren hingegen von massiven Gewalt- und Betrugsvorwürfen überschattet.

Spendengelder für das Kindergartenprojekt sind weiter herzlich willkommen. Auch eine geplante Online-Bilderversteigerung von „Quo Vadis“ soll zu einem Viertel diesem Vorhaben zugutekommen.

Spendenkonto

Deo Gratias/Uganda

IBAN: AT95 2050 3033 5257 0828

BIC/SWIFT: SPIHAT22XXX


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