Kostenexplosion: Der Schnee belastet die Budgets in Osttirol

In Osttirol sind die Kosten für die Schneeräumung explodiert. Allein Lienz zahlt für zwei Wintermonate 1,2 Mio. Euro.

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Aus dem dicht bebauten Stadtgebiet von Lienz musste der Schnee heuer besonders oft abtransportiert werden.
© Blassnig Christoph

Von Christoph Blassnig

Lienz – Der Rekordwinter in Osttirol schlägt sich auch in den Gemeindekassen nieder. Die Stadt Lienz folgt heuer einem strengen Sparkurs, weil im Budgetvoranschlag ein Minus von 1,8 Millionen Euro klafft. Für alle 33 Osttiroler Gemeinden brachten die Rekordschneefälle eine zusätzliche finanzielle Belastung, und zwar eine massive. Zwar hat ihnen das Land Tirol für den Mehraufwand durch die Schneeräumungen eine Sofortunterstützung in der Höhe von 1,5 Millionen Euro zukommen lassen. Heruntergebrochen auf die Bezirkshauptstadt erhält diese davon jedoch nur noch einen Anteil von rund 68.000 Euro.

„Angesichts unserer Ausgaben von 1,2 Millionen Euro alleine für die beiden Monate Dezember 2020 und Jänner 2021 ist das leider nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Selbst von einer satten Vorauszahlung des Bundes in der Höhe von 1,5 Millionen Euro zum Ausgleich von Corona-bedingten Ertragseinbußen wird am Ende also nicht viel übrig bleiben. „Unsere Freude darüber währte nur kurz“, sagte Blanik. Denn sobald der Schnee Geschichte ist, geht es mit den Reparaturen los: Dächer, Straßen und Plätze, Gehsteige, Zäune und etliche Verteilerkästen wurden im Zuge der Schneeräumungen beschädigt und müssen repariert oder ersetzt werden. Nicht alle Schäden dürften durch Versicherungen gedeckt sein.

Gemeinderat Josef Blasisker (FPÖ) regte an, für die Gemeinden beim Land um zusätzliche Mittel anzusuchen. „Das werde ich tun“, antwortete Blanik. Sie gab jedoch zu bedenken, dass es die Hauptaufgabe einer Gemeinde sei, sich um solche Dinge zu kümmern. „Und 68.000 Euro sind ja auch nicht nichts.“ Stadtkämmerer Peter Blasisker führte den immensen finanziellen Aufwand der Stadt Lienz auf die Tatsache zurück, dass man im dicht besiedelten Gebiet jeden Meter Fläche ausfräsen und den Schnee in der Folge abtransportieren sowie bis zur Schmelze irgendwo zwischenlagern müsse. „Landgemeinden dagegen können ihre Straßen zum Teil mit dem Pflug freihalten oder den Schnee seitlich in die Felder befördern.“


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