Harter Lockdown bis Mittwoch: Mayrhofen muss sich ab heute freitesten

Das Verlassen von Mayrhofen ist ab heute an die Vorlage eines negativen PCR-Tests geknüpft. 500 Bewohner haben sich bisher für PCR-Tests angemeldet. Maskenpflicht auch in Jenbach und Schwaz.

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Aufgrund von Südafrika-Clustern ist die Zillertaler Marktgemeinde Mayrhofen ab heute isoliert.
© Fankhauser

Innsbruck, Mayrhofen – 57 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in Österreich – am Freitag waren es 2093 – lassen sich bereits auf die deutlich ansteckenderen Virusmutationen zurückführen. Am weitesteten ist die britische Variante verbreitet, in Tirol zirkuliert die südafrikanische. 95 aktiv Positive im Land dürften sich damit infiziert haben, der Großteil davon lebt im Bezirk Schwaz. Gestern kamen weitere neun Verdachtsfälle hinzu.

📽️ Video | Harter Lockdown in Mayrhofen:

Weil in Mayrhofen zuletzt 47 Fälle aufgetreten sind, vielfach mit Verdacht auf die Südafrika-Mutante, wird die Zillertaler Markgemeinde bis kommenden Mittwoch faktisch isoliert. Das Verlassen von Mayrhofen ist ab heute an die Vorlage eines negativen PCR-Tests geknüpft, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Ich zähle auf die Unterstützung der Bevölkerung.
Monika Wechselberger (Bürgermeisterin von Mayrhofen)

Im Prinzip wurde damit für die rund 3900 Einwohner die Testpflicht durch die Hintertür eingeführt. Zweimal sollen sie sich testen lassen, bis gestern haben sich dafür 2500 Personen angemeldet. „Das stimmt zuversichtlich, dass die Einwohner von Mayrhofen die brisante Lage erkannt haben und diese Aktion mittragen“, betont der Schwazer Bezirkshauptmann Michael Brandl. Und Bürgermeisterin Monika Wechselberger ergänzt: „Ich zähle auf die Unterstützung der Bevölkerung.“ Polizei und Bundesheer werden an den Ein- und Ausfahrten von Mayr-hofen kontrollieren.

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Zwei Teststationen hat die Gemeinde eingerichtet, zusätzlich dazu verordnete die Bezirkshauptmannschaft nicht nur in Mayrhofen eine Maskenpflicht an stark frequentierten Orten im Freien. Für die Politik steht schließlich viel auf dem Spiel: Das Zurückdrängen der südafrikanischen Mutation gilt als Gradmesser für das Land. Innerösterreichisch gilt eine Testpflicht bei der Ausreise, für Deutschland sogar ein Einreiseverbot.

Wer hinausmöchte, benötigt einen negativen Test.
© APA

Abgesehen vom Problem der zuerst in Südafrika festgestellten Variante ist nämlich die Lage in Tirol mit dem zweitniedrigsten Infektionsgeschehen nach Vorarlberg stabil. In den vergangenen Tagen traten allerdings auch einige Ansteckungsherde bei Baustellen auf.

Angesichts der höheren Fallzahlen in Österreich spricht Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) von „einer besorgniserregenden Situation“. Ihnen stünden jedoch 223.000 Testungen binnen 24 Stunden gegenüber. „Das ist schon ziemlich fantastisch“, so Anschober. Tirol befindet sich mit durchschnittlich 18.000 Tests pro Tag im Spitzenfeld.

Trotz der aktuellen Entspannung auf den Intensivstationen empfiehlt die Ampel-Kommission der Bundesregierung den Bundesländern, Maßnahmen in den Spitälern zu setzen, um auf die bevorstehenden Anstiege auf den Intensivstationen vorbereitet zu sein. (pn)


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