Drei Millionen Euro aus Österreich für Hilfe im Jemen

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Angesichts der katastrophalen Situation im Bürgerkriegsland Jemen will die österreichische Bundesregierung drei Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds für das vor Ort tätige Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zur Verfügung stellen. Eine entsprechender Beschluss soll am Mittwoch im Ministerrat gefasst werden. Österreich trage damit zur „Linderung der großen Not“ bei, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag laut einer Aussendung.

Der Jemen gehe „durch eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. 80 Prozent der Bevölkerung benötigen humanitären Schutz und Hilfe“, sagte Kurz. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) weist in der gemeinsamen Aussendung speziell darauf hin, dass zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren an akuter Unterernährung litten, die Hilfe sei „überlebenswichtig“. Auch für Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) sind die Hilfsgelder „extrem wichtig“, die Bevölkerung im Jemen sei der prekären Situation angesichts der Pandemie weitgehend schutzlos ausgeliefert.

Nach Schätzungen der Weltbank leben im Jemen drei Viertel der Bevölkerung in Armut. Dazu kommen der Bürgerkrieg, eine kollabierte Wirtschaft, Cholera, knappes Trinkwasser, Überschwemmungen und die drohende Hungersnot - von der Corona-Pandemie ganz abgesehen.

Die UNO spricht in dem verarmten Land schon jetzt von der schwersten humanitären Krise weltweit. Mehr als die Hälfte der etwa 30 Millionen Einwohner habe bereits nicht genügend zu essen. Für die humanitäre UNO-Hilfe war im vergangenen Jahr nur umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro zusammengekommen - nötig gewesen wäre das Doppelte. Für Montag ist eine Geberkonferenz geplant.

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