Ab heute neue Regeln fürs Taxigewerbe in Kraft

Tausende Mietwagenfahrer verloren ihren Job, weil nun ein Taxischein notwendig ist. Vorbestellte Taxifahrten sind ab März auch mit Pauschalpreis möglich. Uber baut sein Angebot wieder aus.

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Die Landeshauptleute können per Verordnung für bestimmte Gebiete verbindliche Taxitarife festlegen.
© GEORG HOCHMUTH

Wien – Ab 1. März ist in Österreich das Taxifahren ohne Taxameter möglich. Die Zusammenlegung des Taxi- und Mietwagengewerbes, auch bekannt als „Lex Uber“, trat heuer am 1. Jänner in Kraft. Großteils wurden die Regelungen des Taxigewerbes übernommen, aber etwas mehr preisliche Flexibilität geschaffen. Alle Fahrer müssen nun einen Taxischein besitzen.

Ab Anfang März können Uber, Bolt und auch Taxi-Funkzentralen vorbestellte Taxifahrten mit fixem Abfahrts- und Zielort zu einem Pauschalpreis vermitteln. Im Gegensatz zur früheren Vermittlung von Mietwagenfahrten mit freier Preisgestaltung gibt es nun aber einen Preiskorridor. Der Mindestpreis beim digitalen Fahrdienstvermittler Uber wird künftig bei 6,60 Euro pro Fahrt in Wien liegen. Die Landeshauptleute können per Verordnung für bestimmte Gebiete verbindliche Taxitarife festlegen.

Uber musste sich Anfang des Jahres wegen fehlender Taxi­scheine vom Großteil der Mietwagenfahrer trennen, die auf der Plattform aktiv waren. Für den Taxischein muss man eine Prüfung ablegen und der Fahrer muss Deutschkenntnisse nachweisen. Der Großteil der Mietwagenfahrer hat keinen Taxi­schein. NEOS-Politiker Markus Ornig spricht von bis zu 5000 Betroffenen. Uber kann ab 1. März wieder einen Pauschalpreis anbieten und baut deswegen sein Angebot in Wien und Salzburg kräftig aus. „Wir haben genug Fahrer, um ein zuverlässiges Service anzubieten“, sagte Uber-Österreich-Chef Martin Essl zur APA. „Die begrenzt flexiblen Tarife ermöglichen uns vorerst einen Verbleib in Österreich.“ In Graz würden derzeit noch Gespräche mit Taxiunternehmen laufen, langfristig wäre ein Start auch in Innsbruck und Linz interessant. Bei der Prüfung für den Taxischein ist die Durchfallquote laut Branchenvertretern sehr hoch. Der Uber-Österreich-Chef kritisiert das für die Taxiprüfung notwendige Auswendiglernen von Straßennamen in Zeiten von GPS. Dies sei „nicht mehr zeitgemäß“.

Taxifahren gibt es in Österreich ab Anfang März in zwei Varianten. Wer ein Taxi am Standplatz nimmt oder an der Straße heranwinkt, kann per Taxameter zahlen. Es gelten die bisher üblichen regionalen Tarife pro Zeiteinheit und Strecke. Genauso darf aber ein Taxi auch per App oder Telefon bestellt werden – dann kann der Preis im Voraus fixiert werden, (APA)

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