Drei Demonstranten in Myanmar von Polizisten erschossen

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Die Sicherheitskräfte in Myanmar gehen mit zunehmender Gewalt gegen Demonstranten vor, die gegen den Militärputsch vor bald einem Monat demonstrieren. Am Sonntag wurden mindestens drei Menschen getötet, als in der südlichen Küstenstadt Dawei neben Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschoßen auch scharfe Munition eingesetzt wurde, wie ein Rettungssanitäter der Nachrichtenagentur AFP sagte. Mindestens 20 weitere Menschen wurden demnach mit Gummigeschoßen verletzt.

Die drei Demonstranten seien „mit scharfer Munition“ erschossen worden, sagte Sanitäter Pyae Zaw Hein der AFP. Er glaube, dass es noch mehr Opfer geben könnte, „da immer mehr Verletzte eintreffen“, fügte er hinzu. Das örtliche Medienportal Dawei Watch meldete ebenfalls drei Todesopfer.

Berichte über weitere Tote in anderen Teilen des Landes, darunter in der Wirtschaftsmetropole Rangun, ließen sich zunächst nicht überprüfen. Doch berichten Augenzeugen auch in anderen Städten von der zunehmenden Brutalität der Einsatzkräfte gegen friedliche Demonstranten.

In der Innenstadt von Rangun begannen Polizisten schon wenige Minuten vor dem geplanten Beginn der Proteste, die Menschen gewaltsam auseinanderzutreiben. Ob sie dabei ebenfalls scharfe Munition einsetzten, war zunächst unklar. „Als wir eintrafen, begann die Polizei ohne Vorwarnung zu schießen“, berichtete die 29-jährige Lehrerin Amy Kyaw. Einige ihrer Kollegen seien verletzt worden, andere hätten sich in den Häusern in der Nachbarschaft in Sicherheit gebracht.

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In der am Oberlauf des Irrawaddy-Flusses gelegenen Stadt Myitkyina wurde mindestens ein Journalist von Polizisten geschlagen und festgenommen, als er die Übergriffe dokumentieren wollte, wie die Lokalzeitung „The 74 Media“ berichtete. In Pyay im Zentrum des Landes wurde ein weiterer Reporter nach Angaben seines Arbeitgebers von einem Gummigeschoß getroffen, während er über die Proteste dort berichtete. In der zweitgrößten Stadt Mandalay war per Live-Übertragung zu sehen, wie Polizisten Wasserwerfer gegen die Demonstranten einsetzten.

Am 1. Februar hatte in dem südostasiatischen Land das Militär durch einen Putsch die Macht übernommen. Die demokratisch gewählte Regierung von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi wurde abgesetzt und die Friedensnobelpreisträgerin festgenommen. Seitdem sind Hunderttausende Menschen gegen die Armee auf die Straßen gegangen. Dabei ließen sie sich bisher auch von zunehmender Gewalt und Einschüchterungen nicht abschrecken. Mindestens acht Menschen wurden im Zuge der Massenproteste getötet.


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