Die Radwege sind bereit: Osttirol rüstet sich für Sommersaison

In Osttirol rüstet man sich für eine neue Sommersaison und hofft auf viele Besucher.

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Auf 42 Kilometern abschüssiger Strecke radeln pro Saison für gewöhnlich bis zu 150.000 Radfahrer von Innichen nach Lienz.
© Oblasser

Von Christoph Blassnig

Lienz – Die Sommersaison kann kommen, wenn es nach den Osttiroler Radtouristikern geht. Im Iseltal wollen die verantwortlichen Gemeinden heuer bestehende Lücken im Wegenetz schließen, etwa zwischen St. Johann i. W. und Huben. In Tassenbach soll eine neue Brücke die Sicherheit für die Radfahrer auf dem Drauradweg verbessern. Die Planungen dazu laufen noch. Der Radweg im Pustertal war im Vorjahr trotz der Corona-Einschränkungen relativ gut besucht, berichtet Oskar Januschke, dem die genauen Besucherzahlen von einer Messstation vorliegen. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren zählte man im Juni 2020 mit etwas über 8000 Radlern die Hälfte des üblichen Aufkommens. Im Monat Juli gab es mit rund 31.000 Radlern nur etwas weniger Besucher als gewohnt. Allerdings war im August ein Einbruch von 40 Prozent zu verzeichnen: 36.000 Radler waren unterwegs, in den beiden Jahren zuvor waren es jeweils mehr als 60.000.

Einige Unwettertage im Okober 2018 hatten im Osttiroler Pustertal zum Teil verheerende Zerstörungen hinterlassen. An einigen Stellen hatte die Drau die Pegel eines hundertjährigen Hochwassers erreicht. Der Drauradweg war auf weiten Strecken völlig zerstört. „Wir arbeiten immer noch an der Wiederherstellung“, sagt Harald Haider, Obmann der Vereines „Radwege in Osttirol“, in dem alle 33 Gemeinden des Bezirkes sowie der Tourismusverband vertreten sind. „Einzelne Abschnitte müssen noch asphaltiert werden. Wir möchten den Radweg aber bis Juni, also bis vor Beginn der heurigen Sommersaison, komplett fertiggestellt haben.“ Der Aufwand dafür war immens, musste die Trasse zur Wiederherstellung doch zum Teil auf das andere Flussufer verlegt und gänzlich neu angelegt werden. Immerhin ist der Radweg seit 25 Jahren ein touristisches Zugpferd. Auch deshalb hat das Land dessen Wiederherstellung mit mehr als zwei Millionen Euro finanziert. Die Hälfte dieses Geldes verschlang allein der Bau zweier neuer Brücken über die Drau.

„Wir haben den einzigen Bahnhof in Österreich, der einen eigenen Bahnsteig nur für Radfahrer bekommen hat“, verweist Januschke auf die Bedeutung, die auch die ÖBB dem Radleraufkommen in Osttirol zumessen. Für das neue Mobilitätszentrum rund um den Bahnhof in Lienz, das heuer fertiggestellt werden soll, ist eine eigene Radfahrer- und Fußgänger-Unterführung errichtet worden.


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