Arbeitslosigkeit im Außerfern: Rekorde, die niemand will

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Reutte – Hohe Arbeitslosenquoten sind in Tirol seit Corona Alltag. Die Zahlen des ehemaligen Musterschülers Außerfern stellen nun aber Monat für Monat negative Spitzenwerte dar – gerade weil die Fallhöhe so groß ist. Vor einem Jahr noch knapp 2,1 Prozent, jetzt 13,8. Zum Stichtag Ende Februar lag die Arbeitslosigkeit im Bezirk Reutte um 441,3 Prozent über dem Vorjahresniveau und stellt mit 1927 Arbeitslosen (+1571) tirolweit einen Negativrekord dar – von der Vollbeschäftigung hin zu jedem sechsten unselbstständig Beschäftigten ohne Arbeit.

Dabei würden die Außerferner Zahlen noch dramatischer ausfallen, wären nicht an die 500 Personen aus dem Bereich Tourismus inzwischen in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Sie fallen damit aus der hiesigen Statistik heraus, wie Karin Lutz, Leiterin des AMS Reutte, weiß. Aber auch ohne die Abgereisten liegt die Zunahme der Arbeitsuchenden in der Sparte Fremdenverkehr bei unglaublichen 3330 Prozent.

Kurze Zeiten der Arbeitslosigkeit seien in dieser Branche ja nichts Unübliches, sagt Lutz. „Aber jetzt beginnt den Leuten die Decke auf den Kopf zu fallen – und kein Ende in Sicht“, schildert die AMS-Chefin den Stimmungs­umschwung. Die Problemlage sei komplex. Die Tourismusunternehmen würden wiederum fürchten, viele Mitarbeiter dauerhaft zu verlieren und zu wenig Personal zur Hand zu haben, wenn irgendwann endlich wieder aufgesperrt werden könne. Um die Warte­zeit auf den Arbeitsbeginn sinnvoll zu nutzen, bietet das AMS mangels Jobalternativen nun Qualifizierungsmaßnahmen an. Schulungen werden massiv forciert. (hm)

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