Lamparter greift wieder an: „Mein Handy wäre fast explodiert“

Sensations-Weltmeister Johannes Lamparter schlief mit der Goldmedaille auf dem Nachtkastl überglücklich ein. Am Samstag (10.00 und 15.00 Uhr/live ORF 1) will der 19-jährige Rumer mit Lukas Greiderer im Teamsprint nachlegen.

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ÖSV-Athleten und Betreuer ließen den neuen Weltmeister Johannes Lamparter hochleben.
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Von Benjamin Kiechl

Oberstdorf – Das Bier spritzte begleitet von Applaus und Gelächter wie wild auf dem Fass. „Der Bieranstich ist mir leider nicht so gut gelungen, das werde ich auch lernen“, sagte Johannes Lamparter, der die zwei völlig konträren Sportarten Skispringen und Langlauf verbindet wie kein Zweiter. Der 19-jährigeTiroler strahlte am Donnerstagabend bei der spontanen und wegen Corona ins Freie verlegten Medaillenfeier bis über beide Ohren. Es sei der perfekte Tag gewesen. „Ich habe den besten Sprung meiner Karrier­e gezeigt.“ Auch in der Loipe glänzte der Shootingstar mit der siebtbesten Laufzeit. „Ich hatte unglaublich gute Ski.“

„Der kleine Bub ist Weltmeister“, jubelten seine Teamkollegen, Trainer und Betreuer. In Tirol wusste man freilich schon länger, welches Potenzial in ihm steckt. Das Medaillenfeiern ist noch nicht ganz seine Disziplin, gestand der Ausnahmekönner gestern bei einer Video-Konferenz. Beim Versuch, das Bierfass zu öffnen, brach der Hammerstiel ab. Bereits um 23 Uhr ging es ins Bett, versicherte er. „Ich habe ein Zeitl gebraucht, bis ich die Eindrücke verarbeiten und einschlafen konnte.“ Am nächsten Morgen sei es „ein besonderes Gefühl gewesen, wenn das Weltmeistertrikot und die Goldmedaille am Nachtkastl liegen“.

Dass sein junger Schützling durch den Erfolg abheben wird, diese Bedenken hat ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen nicht. „Er ist ein Naturbursch und braucht einen Plan, den er akribisch abarbeitet.“ Manchmal müsse man ihn bremsen, etwa wenn er mit seinem Papa Hannes „neun, zehn Stunden mit dem Rennrad unterwegs ist. Da schießt er manchmal über das Ziel hinaus und hat dann drei Tage schwere Beine.“ Ein Start beim Ötztaler Radmarathon steht beim Sport-Multitalent ganz oben auf der To-do-Liste.

Zuvor gilt es bei der WM das Maximum herauszuholen. Am Samstag im Teamsprint (10 Uhr Springen, 15 Uhr Langlauf) zählt Lamparter gemeinsam mit dem Absamer Lukas Greiderer („Ich habe den Genuss, mit ihm zu laufen“) zu den heißen Anwärtern auf Edelmetall, beide zeigten zuletzt in Val di Fiemme als Zweite auf. Eugen: „Der Bewerb ist lauflastig, wir wollen um eine Medaille mitfighten.“

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Nach der WM will Lamparter alle Glückwünsche in Ruhe beantworten. „Mein Handy wäre fast explodiert.“ Kollegen im Schigymnasiu­m Stams schickten ihm eine herzliche Videobotschaft, denn nach dem Weltmeistertitel ist vor der Matura ...

Beim Bieranstich will sich der Tiroler noch verbessern.
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