Naturparkregion Kaunergrat wird Landschaftsschutzgebiet

Land hat 13.000 Hektar reizvolle Berge, Wälder und Wiesen zwischen Kaunertal und Pitztal als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Die Initiatoren der neu ausgewiesenen Schutzgebietsfläche wünschen sich ein Miteinander von Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus.
© NPK

Von Helmut Wenzel

Fließ – In Österreich wird täglich eine Fläche so groß wie 31 Fußballfelder zubetoniert. Das zeigt eine Untersuchung des Instituts für Höher­e Studien (IHS) zum Thema Bodenverbrauch.

Eine gute Nachricht kommt in diesem Zusammenhang aus der Naturparkregion Kaunergrat (zwischen dem Kaunertal und Pitztal): Das Land Tirol weist dort 13.000 Hektar (entspricht 17.000 Fußballfeldern) als Landschaftsschutzgebiet aus. „Damit haben wir in Tirol 90 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 341.644 Hektar“, erläuterte LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) am Freitag. Im Naturparkhaus am Piller Sattel bei Fließ waren Bürgermeister und Funktionäre versammelt, als die Naturschutzlandesrätin hervorhob: „Heute ist ein Festtag für die Kaunergrat-Region.“ Das Schutzgebiet sei „die größte Fläche, die in den vergangenen 30 Jahren in Tirol neu ausgewiesen worden ist“. Schutzgebiete seien „besondere Orte, die wir für nachfolgende Generationen schützen und erhalten müssen“. Zu danken habe sie dem Team des Naturparkvereins mit Geschäftsführer Ernst Partl, Obmann Hans Peter Bock (Bürgermeister von Fließ) sowie Kurt Kapeller, Leiter der Abteilung Umweltschutz.

Seine Freude brachte auch BM Bock zum Ausdruck. Der Schutzstatus bedeute – 22 Jahre nach Verleihung des Naturpark-Prädikats – ein­e große Auszeichnung und Wertschätzung. Der Park, der neun Gemeinden sowie drei Tourismusverbände vereint, habe die Kooperation von Tourismus und Landwirtschaft ebenso beflügelt wie Bildung und Wissenschaft, Regionalentwicklung und nicht zuletzt den Naturschutz. „Inzwischen haben wir Naturparkkindergärten und -schulen. Die Kinder lernen in der Natur und den Umgang mit Natur“, so Bock.

Der Schutzstatus bedeute für sein Team „vor allem eine Vertrauensbasis in unsere Arbeit“, sagte Geschäftsführer Partl. Die nächste Herausforderung liege „in einer Modellregion, in der das Miteinander von Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus einen sehr hohen Stellenwert hat“.

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Künftig sollen elf bewirtschaftete Kaunergrat-Almen im Fokus stehen. „Wir möchten diese Almen schützen und auch nützen.“ Partl denkt an einen „Elf-Almen-Weg“ sowie an ein neues Infrastruktur-Konzept. Darin sollen Themen wie Energie, Mobilität, Abwasserentsorgung und Besucherlenkung aufgenommen werden. Die bisherigen regionalen Unterstützer lade er weiterhin zur Mithilfe ein. Die Erhaltung und Stärkung der biologischem Vielfalt bedeute für das Naturparkteam eine Daueraufgabe.


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