Die ungeschönte Kreatur: Ausstellung zu Fritz Martinz in Galerie Maier

Erinnerung an einen zu Unrecht fast Vergessenen: Der Maler, Grafiker und Bildhauer Fritz Martinz in der Innsbrucker Galerie Maier.

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„Der Hund des Courbet“, 1988 von Fritz Martinz in Öl auf Leinwand gemalt.
© galerie maier

Von Edith Schlocker

Innsbruck – „Wir sind die Generation, die durch den Krieg korrigiert wurde. Ich kann nicht mehr anders als realistisch malen.“ Sätze, die vom Maler, Grafiker und Bildhauer Fritz Martinz überliefert sind, einem völlig zu Unrecht ins Abseits geratenen Künstler der österreichischen Nachkriegsmoderne. Dem die Galerie Maier in ihrer aktuellen Ausstellung nachspürt, angefangen bei seinen noch akademisch „braven“ Anfängen als Schüler von Albert Paris Gütersloh, dessen dem Phantastischen zugeneigte Handschrift so gar nicht dem Naturell des 1924 geborenen Steirers entsprach.

Nicht zuletzt wegen seiner Erlebnisse als blutjunger Soldat im Zweiten Weltkrieg, die in ihm das Interesse für das existenziell Kreatürliche geweckt haben. Um viel Zeit im Schlachthaus von St. Marx in Wien zu verbringen, wo unzählige Zeichnungen entstanden sind, die später in Gemälden und Grafiken wieder auftauchen.

Wie die Schau vorführt, blieben bis zum Tod von Fritz Martinz 2002 Menschen und Tiere das zentrale Thema. Malend verdichtet zu expressiven, bisweilen fast aggressiv daherkommenden, schonungslos ungeschönten Kraftbündeln. Gern spielend mit extremen Perspektiven, Posen und eigenwilligen Metamorphosen in oft auf großen Leinwänden ausgebreiteten Gemälden in einer weitgehend zu Ausdrucksträgern abstrahierten Farbigkeit. Bildhauernd erweitert ins Dreidimensionale, als Grafiker, besonders Holzschneider, dagegen reduziert zum artifiziellen Spiel mit Weißem und Schwarzem in der Fläche. Um auf diese Weise zum Geschichtenerzähler zu werden, allerdings ohne in die Falle trügerischer Idyllik zu tappen.

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