Rapid verpasste erneut Derby-Sieg, Kühbauer: „Ärgert mich“

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Der SK Rapid hat sich auch im zweiten Derby gegen die Austria in dieser Saison mit einem Remis begnügen müssen. Während sich die Hütteldorfer nach einem auf mäßigem spielerischen Niveau angesiedelten 0:0 in Wien-Favoriten am Sonntagabend über vergebene Torchancen ärgern durften, mussten die Violetten hinnehmen, dass der Zug in die Meisterrunde der Fußball-Bundesliga erneut ohne sie abfahren dürfte. Vor und hinter den Kulissen warten auf die Austria nun entscheidende Wochen.

35 Rapid-Schüsse Richtung Austria-Gehäuse im ersten Saisonduell - einem 1:1 - folgten im zweiten Vergleich 22. Die Ausbeute blieb überschaubar. Dietmar Kühbauer war zufrieden - oder auch nicht. „Wir haben gezeigt, dass wir besser sind. Aber wir haben sie wieder am Leben gelassen. Das ärgert mich“, sagte Rapids Trainer nach Schlusspfiff. Grundsätzlich sei es ein gutes Zeichen, wenn seine Spieler zu Chancen kämen. „Aber wenn ich das Woche für Woche sage, ist es zu wenig. Der Ball muss hinter die Linie kommen, egal wie.“

Alleine Taxiarchis Fountas nahm das Tor des Gegners mehrfach unter Beschuss, hatte sein Visier jedoch schlecht eingestellt. Erklärungsbedarf herrschte nach einer unübersichtlichen Situation um den Offensivmann. Nach einem Zusammenstoß mit Stephan Zwierschitz lag Fountas am Rasen, der Grieche schien kurzzeitig nicht ganz bei Bewusstsein zu sein. Während Rapids Teamarzt Thomas Balzer dann deutete, ihn vom Feld zu nehmen, schüttelte Fountas den Kopf.

Auch Kühbauer beharrte darauf, dass Fountas weiterspielt. „Weil ich Taxi kenne. Er hat mich zumindest noch gekannt. Ich weiß, dass er kein Problem gehabt hat“, erklärte Kühbauer später. Fountas spielte die Partie ohne Probleme zu Ende, Rapid vermeldete am Sonntagabend, der Grieche habe „selbstverständlich mit der Zustimmung von Dr. Balzer“ weitergespielt.

Kühbauer sprach von zwei verlorenen Punkten und zeigte sich ob der Spielanlage der Austria verwundert. „Wir haben gezeigt, dass wir den Sieg wollten. Und wir sind in einer weitaus besseren Position als die Austria“, merkte er mit einem kleinen Seitenhieb gegen den Stadtrivalen an. Für diesen könnte Rapid nun Schützenhilfe leisten. Die auf Platz zwei zusteuernden Grünweißen spielen in den ausstehenden Runden bis zur Punkteteilung noch gegen Hartberg (heim) und die WSG Tirol (auswärts). Die Steirer sind wie die Tiroler noch im Kampf um einen Top-Sechs-Rang.

Für die achtplatzierte Austria wird es diesbezüglich schwer, wie Peter Stöger zugab. „Wenn wir nicht unter den Top Sechs sind, wird das aber nicht damit zusammenhängen, dass wir gegen Rapid nur zwei Punkte geholt haben“, wusste Austrias Coach. Er sah „zwei Endspielen“ entgegen. Das Programm bleibt mit dem Auswärtsspiel bei Sturm Graz und dem Heimauftritt gegen den WAC schwierig.

Mit dem Wissen um den Tabellenstand wurde Stöger im Derby zum Rechner. Die in der zweiten Halbzeit unterlegene Austria riskierte am Ende nicht alles, um den Dreier noch zu erzwingen. Mit Thomas Ebner anstelle von Christoph Monschein stärkte Stöger nach einer Stunde die Mittelfeldzentrale. Natürlich sei es der Plan gewesen, das Heil über Offensivfußball zu suchen, merkte er an. „Aber wir haben es in der zweiten Halbzeit dann nicht mehr so hinbekommen. Dann musst du mit dem Punkt zufrieden sein.“ Durch das Remis fehlen der Austria aktuell drei Punkte auf die sechstplatzierten Hartberger. Auf die WSG fehlt ein Zähler, auf den Fünften WAC fünf. Die Kärntner sind noch ein direkter Gegner.

Parallel zu den entscheidenden Wochen auf dem Rasen hängt bei der Austria auch eine wichtige Weichenstellung in der Führungsetage in der Schwebe. Die Zukunft von Stöger als sportlichem Wegweiser soll sich bis Ende März entscheiden. Der 54-Jährige führte am Sonntag einmal mehr aus, dass es ihm um Grundlegendes geht. „Es geht nicht um ein wahnsinnig aufgeblähtes Budget, um etwas machen zu können. Aber was sind realistisch die nächsten Schritte. Wie schaut die Umsetzung aus. Das gilt es in den nächsten zwei, drei Wochen sehr intensiv im Club zu diskutieren“, sagte Stöger. Dabei gehe es auch um das Gefühl, ob ihm diese Aufgabe Spaß mache. „Und wenn ja, in welcher Position.“


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