WSG-Coach Silberberger bringt es auf den Punkt: „Siegen oder Fliegen"

Die WSG Tirol weiß, was die Uhr am Sonntag beim WAC-Gastspiel geschlagen hat. Nur mit einem Sieg lebt die Chance noch auf das Meister-Play-off.

Machten einen Riesenschritt Richtung Top sechs – der WAC um den Tiroler Matthäus Taferner, Dejan Joveljic und Dario Vizinger (v. l.).
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Von Alex Gruber

Innsbruck – Die WSG Tirol ist, wie es Cheftrainer Thommy Silberberger unmittelbar nach dem Schlusspfiff und bitteren 1:1-Ausgleich gegen Sturm in der Nachspielzeit zu Protokoll gab, im Kampf ums Meister-Play-off vor den letzten beiden Runden nur noch Passagier. Aus eigener Kraft gehen sich die Top sechs nicht mehr aus. Und plötzlich befindet sich mit dem TSV Hartberg ein Team in der Pole-Positio­n, das nach 15 Runden Ende Jänner noch neun (!) Zähler hinter der WSG lag. Das Punkte­verhältnis der Steirer gegenüber den Tirolern liest sich in den letzten fünf Runden aber 13:2.

Dass der WAC unter Interimscoach Roman Stary zum bewährten taktischen Korsett (4-4-2 mit Mittelfeldraute) griff und Hochkaräter wie Spielmacher Michael Liendl oder Frankfurt-Leihgabe Dejan Joveljic (Marktwert 4 Millionen Euro) ihre Klasse beim 3:0 in Ried ausspielten, war als positive Reaktion nach der Trennung von Ferdinand Feldhofer zu werten.

„Dass der WAC in Ried gewinnt, war nicht so überraschend. Ich war nur überrascht, wie leicht es ihnen gemacht wurde“, sah sich Silberberger den Sieg der Kärntner im Innviertel natürlich an. Dort ist Ex-Wörgl-Angreifer und Ried-Coach Miron Muslic, der in der Winterpause übernahm, nach nur drei Punkten aus acht Spielen einigermaßen angezählt.

Zurück zum Kampf um die Top sechs, Silberberger bringt es vor dem Gastspiel beim WAC am Sonntag auf den Punkt: „Für uns heißt es jetzt ,Siegen oder Fliegen‘. Ein Punkt hilft uns vermutlich nicht weiter.“ Zumal auch die Austria nach dem 0:0 gegen Rapid der WSG im Nacken sitzt und noch alle Chancen hält. Die Veilchen treffen dann in der letzten Runde auf den WAC, während Hartberg nach dem Rapid-Gastspiel gegen St. Pölten womöglich den Matchball hält.

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"Wir müssen gewinnen"

„Was wäre wenn bringt nichts. Wir müssen gewinnen. Und wenn es am Sonntag nach 70 Minuten 0:0 steht, müssen wir all-in gehen“, weiß Silberberger, wie sich das Blatt vor dem (Poker-)Finale verteilt. Die herausragenden Qualitäten eines Liend­l, die Stary wieder zum Leben erweckt hat, muss die WSG am Sonntag ersticken. Die vergangenen Wochen „viel Lob, wenig Ertrag“ (O-Ton-Silberberger) haben ein wenig an den Nerven gezehrt.

„Bitter war gegen Sturm nur das Resultat und nicht unser Auftritt. Ich bin überzeugt, dass wir mit einer Topleistung auch beim WAC gewinnen können“, hält sich auch WSG-Sportmanager Stefan Köck zu Wochenbeginn nicht damit auf, Trübsal zu blasen. Und? „Wenn uns der sensationelle Einzug ins Meister-Play-off nicht gelingt, müssen wir trotzdem positiv bleiben und uns den neuen Aufgaben stellen.“

Ob sich Peter Stöger als Trainer und/oder Sportchef weiter den Aufgaben bei der Austria stellt, ist noch offen und hängt nicht in erster Linie davon ab, ob die Austria noch die Top sechs erreicht oder neuerlich am Weg dahin scheitert. Es geht um die Perspektive(n). Und darum, ob das innere Feuer brennt. Der WSG bleiben noch fünf Tage Zeit, um sich für das WAC-Gastspiel richtig heiß zu machen.

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