Gedenkstätte für Lager Reichen­au: „Der Zustand war unwürdig“

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Die Gedenkstätte für das Lager Reichenau soll versetzt und neu „kontextualisiert“ werden. Thema war zuletzt aber auch die Denkmalpflege.
© Domanig

Innsbruck – Der Umgang mit der Gedenkstätte für das ehemalige Gestapo-Lager Reichen­au sorgt in der Innsbrucker Stadtpolitik weiter für Debatten: Dass das Umfeld des Denkmals in der Roßaugasse regelmäßig gepflegt werde, wie man im Büro von Stadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) betont, lässt ÖVP-Stadtparteiobmann Christoph Appler so nicht gelten. Er verweist auf eine in der jüngsten ­Gemeinderatssitzung eingebrachte Anfrage der ÖVP an BM Geor­g Willi (Grüne).

Nach entsprechender Kritik von Matthias Breit, Leiter des Gemeindemuseums Absam, hätten Mitglieder der ÖVP-Ortsgruppe Reichenau Nachschau gehalten, so Appler, „und mussten feststellen, dass das kleine Areal neben den verwelkten Kränzen und Blumensträußen stark mit Unrat verschmutzt war. Dieses Ensemble befand sich definitiv in einem unwürdigen Zustand.“ Einige Tage nachdem man in der Anfrage neben dem Fortschritt bei der Neuausrichtung auch die Denkmalpflege hinterfragt habe, sei das Areal dann „plötzlich“ gesäubert worden.

„Unser Ziel ist es, dass beim Holocaust-Gedenktag im nächsten Jahr ein neues Konzept präsentiert werden kann“, ergänzt Appler. „Wenn alle politischen Kräfte, wie zugesagt, an einem Strang ziehen, ist dieses Ziel auch zu erreichen.“ (TT, md)


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