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TT-Analyse zum ÖOC: „Bürgermeister“-Diskussion, jetzt eben mit Sportlern

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Florian Madl

Analyse

Von Florian Madl

Wenn das Österreichische Olympische Komitee dieser Tage den Wunsch einer Impf-Priorisierung für seine Sportler äußert, ist ein kollektiver Aufschrei gewiss. Dabei hätte der medizinische Beirat des ÖOC allerhand stichhaltige Argumente, die im Vorfeld der Sommerspiele in Tokio (ab 23. Juli) nicht von der Hand zu weisen sind: Covid würde so gesehen nicht nur die Veranstaltung selbst, sondern auch die Vorbereitungsphase beeinflussen. Durch steigende Belas­tung würde auch das Ansteckungsrisiko eine andere Dimension haben, Dauerschäden könnten in weiterer Folge nicht ausgeschlossen werden. Selbst der „Fair-Play-Gedanke“ wird vom ÖOC strapaziert – denn als Nicht-Geimpfter sei man im Reigen geimpfter Sportler ein potenzieller Spreader. Der Imageschaden ist den Athleten, auch wenn sie von öffentlichen Geldern gefördert eine Botschafterrolle einnehmen, gewiss. Denn spätestens seit den „Politiker-Impfungen“ entsponn sich eine Privilegien-Diskussion über Gleiche und Gleichere. Da mutierte nicht nur das Virus, sondern die Berufsbezeichnung des Bürgermeisters an sich: einer nämlich, der es sich richten kann.

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Der Wunsch des ÖOC, der keineswegs als Forderung formuliert war, ist gleichermaßen zu respektieren wie nachzuvollziehen. Aber eine breite Lobby dürfen sich jene, die ohnehin schon das Sporteln an sich als Ausnahmestatus zuerkannt bekommen haben, nicht erwarten. Denn in Zeiten von Triage und gefüllten Intensivbetten wird dem Wettbewerb in der Bevölkerung keine Priorität eingeräumt. Das musste auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zur Kenntnis nehmen, der im Vorfeld der Ski-Weltmeisterschaften einen ähnlichen Vorstoß unternommen hatte.

Die Reihung beim Impfen an sich bleibt eine Gratwanderung. Und eine politisch angeordnete Vorreihung abseits eines medizinischen Erklärungsmodells (Risikogruppen) bis auf Weiteres ein Terrain, das kein Politiker betreten will.


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