Leipzig und Barcelona müssen auf ein Achtelfinal-Wunder hoffen

In den Champions-League-Achtelfinal-Rückspielen stehen RB Leipzig und der FC Barcelona heute (21 Uhr) mit dem Rücken zur Wand. Beide müssen gegen Liverpool bzw. Paris Saint-Germain Rückstände aufholen.

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Auf Marcel Sabitzer und seine Leipziger wartet eine Herkules-Aufgabe gegen Liverpool.
© ATTILA KISBENEDEK

Leipzig läuft einem 0:2-Rückstand hinterher

Krise hin, Krise her: „Sie werden das hinkriegen, dafür sind die Spieler zu gut und der Trainer erst recht“, betonte Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann gestern mit dem Blick auf den FC Liverpool, der zuletzt in der Premier League sechs Heimniederlagen in Folge kassiert hat. Trotzdem schickt sich der deutsche Bundesligist heute (21 Uhr, live Sky) an, den Querlauf der „Reds“ im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League zu verlängern. Allerdings schreitet die Mannschaft von Jürgen Klopp in Budapest nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel – ebenfalls in der Puskas Arena – mit einem klaren Vorteil auf den Rasen.

Die Liga-Ergebnisse des englischen Meisters wolle man dabei ausblenden. Bevor es gestern Nachmittag in den Flieger nach Ungarn ging, war bei den Bullen vielmehr die erhoffte Aufholjagd das Thema. „Wir konzentrieren uns auf die Lehren und Fehler aus dem Hinspiel“, sagte Nagelsmann. „Da waren unabhängig von den Toren ein paar Dinge dabei, die wir besser machen können. Wir glauben an uns, sind aber nicht der Favorit. Wir sind der Herausforderer.“

⚽ Champions League, Achtelfinale

Dienstag - 21.00 Uhr:

  • Juventus Turin - FC Porto 3:2 n.V. (Hinspiel: 1:2)
  • Borussia Dortmund - FC Sevilla 2:2 (3:2)

Mittwoch - 21.00 Uhr:

  • FC Liverpool - RB Leipzig (2:0) 📽 Sky
  • Paris Saint-Germain - FC Barcelona (4:1) 📽 DAZN

Dienstag, 16. März - 21.00 Uhr

  • Manchester City - Borussia Mönchengladbach (2:0)
  • Real Madrid - Atalanta Bergamo (1:0)

Mittwoch, 17. März - 21.00 Uhr

  • FC Bayern München - Lazio Rom (4:1)
  • FC Chelsea - Atletico Madrid (1:0)

„Wir wissen, dass unsere Qualität im Angriff sehr gut ist. Jetzt müssen wir die Schwächen bei Liverpool finden“, gab Mittelfeldspieler Tyler Adams die Richtung vor. Weh tut den Bullen der Ausfall von Angelino, dafür kehren sowohl Marcel Halstenberg als auch Marcel Sabitzer in die Elf zurück. „Sabi macht viele Situationen, die nicht immer offensichtlich sind. Er schließt viele Räume, wenn ein anderer Spieler sich einschaltet, spielt kluge Bälle, die man nicht immer sieht. Sabi hat eine große Gabe, ein Spiel zu lesen“, lobte Trainer Nagelsmann noch einmal die Qualitäten seines steirischen Kapitäns, der ja auch von Premier-League-Clubs (u. a. Tottenham) umworben sein soll.

Liverpool-Trainer Klopp antwortete am Sonntag auf die Frage, ob er gerade den Tiefpunkt seiner Trainerlaufbahn erlebe, folgendermaßen: „Ich würde gerne Nein sagen. Aber ja, das ist er. Das ist kein Problem, ich muss nicht immer gute Zeiten haben.“ Scheitern die „Reds“ heute an Leipzig, dann brennt’s an der Anfield Road so richtig.

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Barca hofft erneut auf Wunder gegen Paris

Die Fans des FC Barcelona schöpfen neue Hoffnung. Und zwar weniger, wenn es um die Aufholjagd im heutigen Champions-League-Achtelfinal-Rückspiel in Paris (21 Uhr, live DAZN) geht, sondern vielmehr, was einen Verbleib von Superstar Lionel Messi betrifft.

Denn dass der frühere Clubboss Joan Laporta die Präsidenten-Wahl beim krisengeschüttelten spanischen Topclub gewann, kann wohl auch mit dem Versprechen, er werde dem Argentinier, dessen Vertrag am 30. Juni ausläuft, schnell alle Wechselgedanken ausreden, erklärt werden. „Das Problem löse ich auf einer Grillparty“, hatte der 58-Jährige vor der Abstimmung versichert.

© www.imago-images.de

„Wir sind alle eine große Familie“, betonte der künftige Boss dann bei seiner Antrittsrede. Sein Amt darf er offiziell allerdings erst antreten, sobald die Liga die vorgeschriebene Bürgschaft von 124 Millionen Euro gutheißt.

Aber kommen wir von der Führungsebene zurück auf den Rasen: Dort steht Barça vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Paris Saint-Germain hat das Hinspiel im Camp Nou nach einer Galavorstellung von Kylian Mbappé klar mit 4:1 für sich entschieden. Bei den Franzosen schien auch der Ausfall von Neymar, der heute erneut fehlen wird, nicht ins Gewicht zu fallen.

Bei der Anhängerschaft der Franzosen herrschte nur die Angst vor einem neuerlichen kapitalen Rückfall, denn damit kennt man sich aus: Vor fast exakt vier Jahren hatte Barcelona die Pariser nach einem legendären 6:1 im Rückspiel noch aus dem Bewerb geworfen. Der nunmehrige PSG-Coach Mauricio Pochettino merkte an, dass sein Team von der Vergangenheit „unberührt“ sei. „Wer sich auf die Vergangenheit konzentriert, limitiert seine Möglichkeiten für die Zukunft“, hielt der Argentinier fest. „Im Fußball bringt dich nur Überzeugung näher an den Sieg.“

Überzeugt ist auch Laporta, der Barça-Präsident in spe: „Ich glaube an ein Comeback und ich weiß, dass ihr dazu fähig seid“, soll er den Profis mitgegeben haben. Zumindest vier Tore wird Barça benötigen, um die Wende noch zu schaffen. Da scheint ein Verbleib Messis deutlich realistischer. (t.w.)


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