Heftige Kritik nach Farbattacke am Bergisel

Innsbruck – Dass Unbekannte in der Nacht auf Dienstag das Andreas-Hofer-Denkmal am Bergisel mit violetter Farbe und Schriftzügen beschädigt ...

  • Artikel
Das Andreas-Hofer-Denkmal wurde mit Farbe beschmiert.
© Rudy De Moor

Innsbruck –Dass Unbekannte in der Nacht auf Dienstag das Andreas-Hofer-Denkmal am Bergisel mit violetter Farbe und Schriftzügen beschädigt haben, löste gestern scharfe Reaktionen aus: „Kritische Diskurse über National- und Landeshelden“ seien berechtigt, sagt der Sprecher der Tiroler Traditionsverbände, Franz Hitzl, sollten aber „immer mit dem nötigen Respekt im Rahmen der demokratischen und rechtlichen Spielregeln“ geführt werden. „Wer Denkmäler mit Parolen beschädigt, hat schon eine Grenze überschritten.“ Die Traditionsverbände würden jede Form von Sexismus bekämpfen, so Hitzl (die Schriftzüge betrafen das Thema Sexismus, Anm.), man verurteile aber „den gezielten Vandalismus gegen Denkmäler als Form der politischen Agitation“.

© Rudy De Moor

Auch Vize-BM Hannes Anzengruber (ÖVP) erklärte, „dieser politische Aktionismus“ sei strikt abzulehnen, es handle sich schlicht um schwere Sachbeschädigung. Anzengruber weist darauf hin, dass in Österreich Strafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren für „illegale Schmieraktionen“ vorgesehen seien, zudem könnten bei zivilrechtlichen Klagen hohe Schadenersatzsummen anfallen.

FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel vermutet Aktivistinnen und Aktivisten einer Demo zum Weltfrauentag hinter der Aktion, ebenso hinter Vandalenakten am Haus der Universitätssängerschaft Skalden in Pradl. Generell hätten „Schmieraktionen auf Häuserfassaden und Denkmälern“ zuletzt zugenommen, meint Federspiel. Er kündigt an, dass seine Stadtpartei 1000 Euro zur Ergreifung der ­Bergisel-Täter auslobe. Zweckdienliche Hinweise seien natürlich an die Polizeidienststellen zu richten, betont Federspiel, man sehe die Prämie als „Unterstützung“, keinesfalls als „Kopfgeld“.

GR Gerald Depaoli von der Liste „Gerechtes Innsbruck“ fordert ebenfalls, dass die Täter „mit aller Härte des Gesetzes zu bestrafen“ seien. Zudem verlangt er die sofortige Installierung einer Videoüberwachung am Bergisel, um weitere Farbanschläge zu verhindern. (TT)


Schlagworte