Vorarlberg bleibt positiver Ausreißer bei der Corona-Ampel

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Auch wenn die Infektionszahlen in Österreich langsam, aber stetig nach oben gehen, bleibt die Corona-Ampel stabil. Diese Woche wird von der zuständigen Kommission laut ihrem Arbeitsdokument wieder in Vorarlberg eine Orange-Schaltung empfohlen, während im Rest des Landes „sehr hohes Risiko“ besteht, was Ampel-Farbe Rot bedeutet. Dies hängt wohl damit zusammen, dass die britische Variante ganz im Westen noch immer nicht das Kommando übernommen hat.

So lag der Anteil der Infektionen mit einer N501Y-Mutation, was britische, südafrikanische und brasilianische Variante umfasst, in Vorarlberg nur bei 30,3 Prozent. Im Vergleich dazu sind diese ansteckenderen und vermutlich gefährlicheren Varianten im Burgenland schon zu 88,1 Prozent vertreten. Auch in Salzburg (78,9 Prozent) und Wien (72,3) sind diese Mutationen längst dominant.

Interessant ist der Zusammenhang zwischen den gefährlichen Mutationen und den Infektionszahlen. Jene vier Länder mit den geringsten Sieben-Tagesinzidenzen, nämlich Vorarlberg, Tirol, Steiermark und Oberösterreich sind auch jene, in denen sich die gefährlichen Varianten noch am geringsten verbreitet haben. Auffällig ist auch, dass Vorarlberg neben Niederösterreich das einzige Bundesland ist, in dem sich die Entwicklung bei den neuen Varianten stabil und nicht steigend zeigt.

Das „Ländle“ hält sich jedenfalls auch sowohl bei der rohen als auch bei der risikoadjustierten Sieben-Tagesinzidenz, die Faktoren wie Alter der Infizierten berücksichtigt, eine weitere Woche unter der Marke von 100 auf 100.000 Einwohner (79,6 bzw. 92,1). In der Nähe dieses Werts, der für die Orange-Färbung eine zentrale Rolle spielt, ist sonst nur noch Tirol (102,8 bzw. 125,1).

Auf der anderen Seite sieht es in Salzburg einigermaßen besorgniserregend aus. Bei der risikoadjustierten 7-Tagesinzidenz ist sogar die 300-Marke (313,7) bereits überschritten.

In allen Ländern wird aktuell bei einer Mehrheit der Fälle die Quelle gefunden, wenngleich außer in Tirol und Wien nur bei knapp über die Hälfte. Die meisten asymptotischen Fälle werden in der Bundeshauptstadt herausgefischt (49 Prozent). Relativ große Unterschiede gibt es bei der Zahl der Testungen pro 100.00 Einwohner. Da reicht die Spannweite von 25.542 in Salzburg, was mit eine Erklärung für die hohen Infektionszahlen dort sein könnte, bis 12.843 in Kärnten. Ansonsten unter dem Österreich-Schnitt bei den Testungen liegen Tirol, Wien und Oberösterreich. Die höchsten Positiv-Raten bei den Antigenschnell- und PCR-Tests weisen Kärnten (1,4 Prozent) und Wien (1,3 Prozent) auf. In Vorarlberg sind es gerade einmal 0,4 Prozent.

Blickt man auf die Bezirke, gibt es aktuell vier, die beim Blick über die Woche die magische 400er/100.000-Einwohner-Grenze überspringen, ab der Ausreisetests etabliert werden sollen. Es sind dies in absteigender Reihenfolge Wiener Neustadt-Stadt, Hermagor, St. Johann im Pongau und Jennersdorf. Lienz und Wiener Neustadt-Land waren vergangene Woche schon nahe an dem Wert. Österreichweit die besten Zahlen hat der einst stark betroffene Bezirk Reutte, wo in der vergangenen Woche nur drei Neuinfektionen hinzukamen, was einer Inzidenz von 9,1 entspricht.


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