Wildes Widmen hat in Langkampfen ein Ende

Langkampfener Gemeinderat entscheidet heute über Vertragsraumordnung.

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15 Hektar Bauland sind in Langkampfen gewidmet, jedoch nicht verwertet. Künftig wird nur noch nach Bedarf gewidmet.
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Von Jasmine Hrdina

Langkampfen – Die Zügel fester in die Hand nehmen will Langkampfen bei künftigen Widmungen. Richtlinien für Raumordnungsverträge wurden definiert, der Gemeinderat soll diese heute (Freitag) Abend absegnen. Das primäre Ziel: „Leistbares Wohnen muss möglich sein“, erklärt BM Andreas Ehrenstrasser.

Ein Beispiel: Will künftig ein Bürger ein 1200 Quadratmeter großes Feld für Wohnungen umwidmen lassen (Voraussetzung ist, dass dies im Raumordnungskonzept vorgesehen ist), stellt die Gemeinde die Bedingung, dass die Hälfte der Fläche für geförderten Wohnbau genutzt werden muss.

Baugründe sind in Tirol rar, Eigentum ist für Normalverdiener kaum noch finanzierbar. Am freien Markt haben private Bauträger einen Vorteil gegenüber den gemeinnützigen. Die Wohnbauförderung setzt Grundstückspreise von unter 196 Euro in Langkampfen voraus. Private Bauträger bieten bis zu 800 Euro.

Aus Sicht der Wohnungsinteressenten: Für Eigentumswohnungen in Langkampfen legt man laut Ehrenstrasser bis zu 5200 Euro pro Qua­dratmeter hin. Wohnbaugefördert läge der Preis bei 3800 bis 4000 Euro pro Quadratmeter. Bei einer 100-Qua­dratmeter-Wohnung wäre das eine Differenz von 140.000 Euro. Mit den neuen Vorgaben könne die Gemeinde geförderte Objekte schlichtweg vorschreiben.

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Auch das Wachstum der Gemeinde werde dadurch kon­trollierbarer, erklärt der Bürgermeister. Bereits jetzt habe man jene 4500-Einwohner-Marke (inkl. Zweitwohnsitzen) erreicht, die das Raumordnungskonzept bis 2025 berücksichtigt. Infrastruktur wie Schulen und Kindergarten stoßen an Kapazitätsgrenzen. Gleichzeitig sei aber eine Nachfrage „nach Hunderten Wohnungen“ gegeben.

15 Hektar Bauland sei bereits gewidmet, werde aber – teilweise seit Jahren – nicht verwertet. Künftig soll nur noch nach Bedarf gewidmet werden.

Es gehe um Verhältnis­mäßigkeit, Transparenz und Gestaltbarkeit, sagt Ehren­strasser, schickt aber voraus: „Jeder Widmungswerber wird eine Einzelfallbetrachtung erhalten.“

Orientiert habe man sich bei dem Regelwerk an jenem der Nachbargemeinde – Langkampfen ist die letzte Kommune im Bezirk, die sich das Instrument der Vertragsraumordnung zu Nutze macht. Ehrenstrasser: „Wir wissen, dass wir das 20 Jahre zu spät umsetzen und die Gemeinde damit viele Möglichkeiten verspielt hat und Kosten verursacht wurden. Aber es ist nicht zu spät, Besseres zu bewirken.“


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