„Kraftwerk legt Ziller trocken“: Fischer in Brandberg übt Kritik

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Fischer Christoph Dornauer steht im komplett ausgetrockneten Bachbett des Ziller. Fische haben hier keine Überlebenschance.
© Tiroler Fischereiverband

Brandberg – Christoph Dornauer ist fassungslos. Der Fischer steht vor einem ausgetrockneten Bachbett mitten im Hochgebirgsnaturpark der Zillertaler Alpen. Dabei gelte dieser Teil des Ziller als Hauptlebensader des Tales. Genau dort hat er mühsam und mit viel Sorgfalt ein Artenschutzprojekt zur Ansiedelung der Tiroler Urforelle aufgebaut. Alle Bemühungen sind nun zunichtegemacht worden. Das Projekt steht vor dem Aus. Die Fische haben keinen Lebensraum mehr.

„Es ist erschreckend, wie rücksichtslos mit dem Fluss umgegangen wird und wie der Verbund als Kraftwerksbetreiber das Sterben der Fische und anderer Bachlebewesen einfach hinnimmt“, sagt Dornauer. Weil kein Restwasser abgegeben wird, verschwindet der Fluss auf einer Länge von etwa einem Kilometer ab der Staumauer im Zillergrund.

Laut Tiroler Fischereiverband gibt es eine EU-Wasserrahmenrichtlinie, die vorsieht, dass bei Wasserkraftwerken genügend Restwasser in den Bächen verbleiben muss. „Leider erfolgt die Ökologisierung von alten Bescheiden oft sehr schleppend, wie man hier sieht“, erklärt Zacharias Schähle vom Verband. Der ausgetrocknete Ziller sei kein Einzelfall. „Verbund und Politik sprechen gerne von der naturverträglichen und grünen Wasserkraft in Tirol. Wie trockene und tote Bachläufe zu diesen Aussagen passen sollen, ist für uns Fischer ein Rätsel“, sagt Schähle. Es müsse sofort gehandelt werden. (TT)


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