Ausreisekontrollen in isolierten Tiroler Gemeinden bisher ruhig

In den vier Tiroler Gemeinden Haiming, Roppen, Virgen und Matrei in Osttirol gilt seit Freitag die Ausreisetestpflicht. Grund dafür sind relativ hohe Sieben-Tages-Inzidenzen und eine Verbreitung der britischen Virusvariante.

  • Artikel
  • Diskussion

Roppen, Haiming, Virgen, Matrei i. O. – Auf der Ötztaler Höhe endet die Autobahnabfahrt der A12 Richtung Ötztal. Im Gewerbegebiet, wo ansonsten vor dem Wochenende reger Betrieb herrscht, sind die Parkplätze vor den Einzelhändlern und Diskontern nur mäßig gefüllt. Die Polizei kontrolliert hier unaufgeregt und stichprobenartig mit einem „Grüß Gott. Test bitte vorzeigen“ und „Woher kommen Sie, wohin fahren Sie?“. Die „Schleichwege“ zwischen den Ortschaften sind nicht gänzlich gesperrt. Man setzt auf Hinweisschilder und die Selbstverantwortung der Bewohner.

Während beim TT-Lokalaugenschein in Roppen sowie in Ötztal-Bahnhof die Teststraßen kaum besucht waren, hatte man am Donnerstag mit verstärkter Frequenz zu tun. „Beim Gurgeltest muss man länger auf die Auswertung warten“, zeigt Roppens Nahversorger, Thomas Seelos, auf. Für seine Lieferanten, Kunden und ihn selbst sind die Ausreise­testungen kein Beinbruch: „Bei uns herrscht Gelassenheit. Mit Freundlichkeit und Ruhe lassen sich auch diese Hürden nehmen.“

Mit höheren Fallzahlen als Roppen zittert derweil die Pitztaler Gemeinde Arzl davor, ebenfalls Ausreisekontrollen verhängt zu bekommen. „Wir hoffen noch, wissen aber, dass wir unter Beobachtung stehen“, bestätigt BM Josef Knabl. Am Montag werde entschieden.

In Osttirol sind die beiden Gemeinden Matrei und Virgen von der Ausreisekontrolle betroffen. Am Kontrollpunkt beim Felbertauern-Südportal stehen vier Polizeibeamte bereit, um sich die Bestätigung über den negativen Antigentest zeigen zu lassen. Wer direkt aus Lienz kommt und auf dem Weg zum Felbertauern die Bundesstraße nicht verlässt, braucht keinen Test. Am Freitagnachmittag sind nicht viele Fahrzeuge Richtung Norden unterwegs. Sonntagabend und Montagfrüh, wenn die Wochenpendler ausreisen, dürfte der Andrang größer sein. Im Matreier Ortsteil Huben werden Reisende Richtung Defereggen, Kals oder Lienz kontrolliert. Auch dort ist das Verkehrsaufkommen eher gering.

In Osttirol fanden bis Freitagnachmittag Kontrollen an 1933 Fahrzeugen und 2575 Personen statt, sagt Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger. 39 davon durften ihre Fahrt nicht fortsetzen, weil sie keinen negativen Antigentest vorweisen konnten. Sie wurden zum Testen geschickt. (co, top)


Kommentieren


Schlagworte