Rekordbudget nach Winter der Rekorde: Viertel des Budgets nach Osttirol

Rund 80 Millionen Euro fließen heuer in den Schutz vor Naturgefahren – ein Viertel davon geht nach Osttirol.

  • Artikel
  • Diskussion
Nach dem Rekordwinter werden die Schutzbauten auf ihre Funktion überprüft.
© Paumgartten

Innsbruck, Lienz – Das Sturmtief „Vaia“ hatte 2018 beträchtliche Waldflächen in Osttirol zerstört. Ein schneereiches 2019 und der Rekordwinter 2020 haben auch in den folgenden beiden Jahren den Wäldern schwer zugesetzt. Kein Wunder also, dass von den insgesamt 79,7 Millionen Euro, die heuer in Maßnahmen zum Schutz vor Naturgefahren fließen, 21,2 Millionen Euro und damit mehr als ein Viertel für Osttirol reserviert sind. Alleine das Schadholzaufkommen durch Nassschnee aus dem Dezember 2020 entspricht etwa einem Viertel der jährlichen Holznutzungsmenge aus dem Tiroler Wald, wie Landesforstdirektor Josef Fuchs erklärt. Daher werden im Rahmen einer Aufforstungsoffensive in Osttirol 650.000 Pflanzen gesetzt, insgesamt sind es im Bundesland Tirol zwei Millionen Pflanzen.

Wie wichtig ein gesunder Wald ist, habe sich im heurigen Winter ganz deutlich gezeigt. „Der Schutzwald hat gewirkt, aber er hat stark gelitten“, meint Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung. Aber auch die zahlreichen Schutzbauten in Tirol hätten ihre Aufgabe angesichts des Rekordwinters voll erfüllt. Nun gelte es, die Bauwerke zu analysieren, zu modernisieren und bei Bedarf zu erweitern.

„In Summe“, so erklärt Katastrophenschutzreferent LHStv. Josef Geisler (ÖVP), „gibt es in Tirol 380 Kilometer Lawinenverbauung. Insgesamt haben wir 220 Wildbach-Einzugsgebiete und 2500 Lawinenstriche.“ Dazu kommen 10.000 Hektar hochwassergefährdete Flächen im Dauersiedlungsraum entlang der Hauptflüsse. Eine funktionierende Kooperation von Land, Bund und Gemeinden stelle dabei sicher, dass Siedlungsräume auch in Zukunft bestmöglich geschützt sind. „Zusammenarbeit bringt Sicherheit. Die großen organisatorischen und finanziellen Herausforderungen im Naturgefahrenmanagement sind gemeinsam besser zu bewältigen“, lobt Geisler das Miteinander.

29 Millionen Euro fließen dieses Jahr in Tirol in den Schutz vor Wildbächen, 22,8 Mio. in Tal- und Hauptgewässer. 13,5 Millionen Euro sind für den Schutzwald reserviert, in den Lawinenschutz fließen 9,2 Mio. Euro, 5,2 Mio. Euro gehen an den Erosions- und Steinschlagschutz.

E-Bike und 10 x € 300,- Sportgutscheine gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren. Der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Auch beim Hochwasserschutz liegt der Schwerpunkt der Investitionen heuer in Osttirol, wie Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft, erklärt: „Im Bezirk Lienz werden acht Millionen Euro investiert, das sind 35 Prozent der bereitgestellten Mittel.“ In den vergangenen zehn Jahren flossen in Tirol 150 Millionen Euro in den vorbeugenden Hochwasserschutz. (np)


Kommentieren


Schlagworte