„Weißes Kaninchen, Rotes Kaninchen“ in Hall: Ein Stück, das zur Waffe wird

„Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ von Nassim Soleimanpour aus dem Salzlager Hall.

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Immer wieder holte sich Frank Willens nach den Anweisungen des Texts Anwesende aus dem Team auf die Bühne.
© facebook/osterfestivaltirol

Hall i. T. – Nicht nur das Publikum, sondern auch der Schauspieler selbst wurde hier von einem Stück überrascht. Performer Frank Willens war am Samstagabend bei der Tirol-Premiere des Stückes „Weißes Kaninchen, Rotes Kaninchen“ selbst so manches Mal verdutzt über die Anweisungen, die er dem Text entnahm. Im Auftrag des Osterfestivals wurde die Aufführung live aus dem Haller Salzlager übertragen.

Nassim Soleimanpours Stück ist eine experimentelle Fabel: Für das Solo-Stück wurd­e auch in Hall nicht geprobt, kein Regisseur war anwesend. Nur Willens, der Text des Autors und das Festivalteam. Auf der Bühne las Willens den Text zum ersten Mal. Er führte ihn durch Sketche, brachte ihn dem Autor und schlussendlich sogar sich selbst näher.

Das Publikum ließ der Text in sich ziehenden Passagen mitunter misstrauisch zurück. Ständig deuten Anweisungen auf ein bestimmtes Ende hin, das sogar lebensgefährlich sein könnte. Ein Stück, das zur Waff­e wird, wenn man denn daran glaubt.

In über 100 Theater weltweit ging „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ in den letzten 24 Stunden über die Bühne. Obwohl mit demselben Text, entwirft der Schauspielende das Stück mit seinem Tun stets neu. In Tirol hat das bis auf einige technische Probleme mit dem Stream gut funktioniert. Deshalb hoffen die Organisatoren auf eine baldige Wiederaufnahme mit Publikum, sobald es möglich ist: eine Wiederaufnahme, die dann wieder ganz ein neues Stück sein wird. (bunt)

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