Der Fluch der TV-Spiele soll sich nicht wiederholen

Fünfte Fernseh-Übertragung, elftes Halbfinale: Für die Volleyball-Damen der TI-volley geht es im heutigen Duell mit Graz gleich um (fast) alles.

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Der TI-Block soll in Graz in jedem Fall halten und einen Auswärtserfolg ermöglichen.
© Michael Kristen

Von Daniel Suckert

Innsbruck –„Ich glaube, den Fluch haben wir besiegt“, erklärte TI-Obmann Michael „Much“ Falkner mit einem Augenzwinkern. Wenn seine Damen heute in Graz bei ihrem elften Halbfinale (seit 1997) aufschlagen, wird es das fünfte ORF-Fernseh-Spiel in dieser Saison sein. Gewonnen haben sie davon nur eines, das war aber das entscheidende im Viertelfinale gegen Salzburg.

Fünfmal ORF, zweimal Laola1.TV (Stream) und einmal organisierte der „Much“ privat eine Stream-Übertragung – keine andere Mannschaft war so präsent. Falkner: „Lustig war immer, wenn wir die Mädels abgeholt haben – da hast du geglaubt, es geht jetzt auf einen Ball. So hübsch haben sie sich hergerichtet.“

Nicht nur optisch glänzen, sondern spielerisch auftrumpfen will die TI nun im Kampf um den Finaleinzug. Einem etwaigen Spannungsabfall wirkte Headcoach Rogelio Hernandez bereits entgegen. Falkners Coach will mehr: „Er hat sofort vermittelt, dass wir ins Finale wollen. Die Chance ist da.“

Der Erfolg kam doch überraschend

Apropos Hernandez – der Kubaner, der bereits seine zweite Amtszeit in der Tiroler Landeshauptstadt absolviert, sei der Hauptgrund für den erneuten Erfolg. Schon in der ersten Amtszeit (2010–13) führte Hernandez die Innsbrucker ins Halbfinale. „Sein Nachfolger Marco Angelini hat da ebenso noch profitiert. Rogelio hat eine unverkennbare Handschrift, gibt den Jungen die nötige Zeit und formt sie dann“, streute Falkner seinem Trainer verbale Rosen.

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Er hat sofort vermittelt, dass wir ins Finale wollen. Die Chance ist da.
Michael Falkner, TI-Obmann

Mit dem heurigen Erfolg rechnete aber niemand, so ehrlich sei man, wie Falkner mehrmals betonte. Man dürfe nicht vergessen, vor drei Saisonen lief man noch in der zweiten Volleyball-Liga auf. Nach dem Wiederaufstieg (2018/19: 6. Platz) kam nun ein weiteres Jahr später der große Wurf.

Mit Graz wartet aber ein starker Gegner mit jeder Menge Erfahrung auf der anderen Seite des Netzes. Dort dürften nach dieser Spielzeit einige Volleyballerinnen die Schuhe an den Nagel hängen. Darum werden die Steirer noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um die Saison zu verlängern. Nichts anderes wollen die TI-Damen, die ohne Druck auftreten können, und das kann durchaus ein Vorteil sein. Falkner: „Ich würde sagen, die Chancen stehen 55:45 für die Grazerinnen.“

Damit es seinen Spielerinnen aber an nichts fehlt, hat der „Much“ noch eine Überraschung parat: Er mietete für die heutige Reise nach Graz einen Luxus-Bus. Eine Belohnung für die bisherigen Leistungen und zugleich eine Erleichterung für die lange An- und Rückreise. Schließlich wartet am Samstag gleich das Rückspiel auf der USI.


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