Über Budapest nach Tokio: Kuenz greift nach Olympia-Ticket

Österreichs Ringer sind beim Olympia-Qualifikations-Turnier in Budapest gefordert. Eine Schulterverletzung bremst den Tiroler Daniel Gastl aus.

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Michael Wagner, Martina Kuenz und Aker Al-Obaidi fahren mit Coach Benedikt Ernst (v. l.) nach Budapest.F
© RSCI

Von Benjamin Kiechl

Budapest – Der Tag X rückt immer näher. Am Freitag kämpft Martina Kuenz um ihr Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio. Es ist das große Ziel der Tiroler Ausnahmeringerin, die den fünf Ringen in den vergangenen Jahren alles untergeordnet hat. Gestern machte sich die 26-Jährige vom RSC Inzing auf den Weg zum Europa-Qualifikationsturnier nach Budapest (HUN). „Ich bin bereit und kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht“, erzählt die Zirlerin, die als EM- und WM-Dritte 2018 sowie EM-Zweite 2019 zu den Favoritinnen zählt.

In der Gewichtsklasse bis 76 kg werden für die beiden Finalisten zwei Olympia-Tickets vergeben. „Ziel ist, das Halbfinale zu gewinnen und mit einem Ticket in der Tasche nach Hause zu fahren“, sagt die Tirolerin, die sich bei Trainingscamps in Deutschland auf das wichtige Turnier eingestimmt hat. Der Sieg beim Weltcup in Nizza im Jänner diente als Motivationsspritze.

Hiobsbotschaft: Ringer-Schwergewicht Daniel Gastl (o.) fällt nach einer im Training erlittenen Schulterverletzung für das erste Quali-Turnier aus.
© gepa

Die Quali-Hürde bei den Ringern ist ungemein hoch. Nur die ersten fünf der Weltrangliste sowie Finalisten der zwei Weltturniere lösen das Olympia-Ticket. „Unsere Athleten sind bis in die Haarspitzen motiviert, bei den beiden Turnieren diese Woche in Budapest und Anfang Mai in Sofia das Unmögliche zu schaffen“, sagt Sportdirektor Benedikt Ernst. Der Inzinger räumt Freistil-Ringerin Kuenz die größten Chancen für Tokio ein. „Sie hat in ihrer Gewichtsklasse fast alle Athletinnen schon besiegt!“

In Budapest sind alle großen Ringer-Nationen dabei, darunter Russland, Weißrussland und die Türkei. „Es wird sehr schwierig, ich sehe das als Chance und will zeigen, was ich draufhabe“, gibt sich Polizeisportlerin Kuenz kämpferisch. Trotz Corona-Krise habe sie im vergangenen Jahr gut trainiert und sich technisch weiterentwickelt. Sollte es diese Woche mit dem Ticket nicht klappen, hat sie im Mai beim Weltturnier in Sofia (BUL) eine zweite Möglichkeit – aber daran verschwendet sie noch keinen Gedanken.

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Gastl musste verletzungsbedingt absagen

Mit Michael Wagner (bis 87 kg) und Aker Al-Obaidi (bis 67 kg) sind zwei weitere Inzinger Ringer in Ungarn dabei. Der gebürtige Iraker Al-Obaidi hat im „Refugeeteam“ gute Karten auf einen Olympiastart.

Junioren-Vizeweltmeister Daniel Gastl (bis 98 kg) indes musste für das Qualifikations-Turnier absagen. Der 27-Jährige zog sich beim Training Bänder-Einrisse in der Schulter zu. „Die Gefahr wäre zu groß, dass ich mich beim Kampf noch mehr verletze“, begründet der Polizeisportler die Entscheidung. Um seinen Olympia-Traum in Tokio zu verwirklichen, muss er im Mai beim Weltturnier alles riskieren.


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