Uralter Pfundser Osterbrauch soll wieder stattfinden

Sind kirchliche Feste zu Ostern möglich oder fallen sie erneut ins Wasser? Die Pfundser Grabbruderschaft will ihre Tradition wieder leben.

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Die Heiliggrabbruderschaft in Pfunds ist die älteste ihrer Art in Tirol, heuer will man am Karfreitag wieder zusammenkommen.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Pfunds – Das Ostergrab wurde bereits aufgebaut – die Pfundser Heiliggrabbruderschaft steht in den Startlöchern. Nachdem die jahrhundertealte Tradition im vergangenen Jahr zum ersten Mal in ihrer Geschichte wegen Corona ausgefallen ist – hat man sich heuer entschlossen, den Osterbrauch wieder mit Leben zu erfüllen, bestätigt Dekan Franz Hinterholzer. Für die Gemeinde sei das sehr wichtig, es sei ein geradezu existenzieller Teil der Osterzeit.

Mitgliedschaft der Bruderschaft wird vererbt

Die Tradition wurde 2013 zum immateriellen Kulturerbe Österreichs ernannt. Seit über 500 Jahren versammeln sich die Grabbrüder jeden Karfreitag um 15 Uhr in der Liebfrauenkirche im Pfundser Ortsteil Stuben, stündlich wechseln sich die zwölf Gruppen zu je 16 Mann ab, um bis Karsamstag um 15 Uhr durchzubeten. Für gewöhnlich wird die Mitgliedschaft, die ausschließlich Männern vorbehalten ist, innerhalb der Familie vererbt – meist vom Vater auf den Sohn.

In der Kirche werde man den Abstand von zwei Metern wahren, betont Hinterholzer hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen, die heuer gelten. Ob man sich vorher auch testen lässt, habe man noch nicht besprochen. Eine Palmprozession wird es in Pfunds hingegen nicht geben. Die Palmbuschen und -latten will Hinterholzer trotzdem segnen – in welcher Form, sei noch zu klären.

Aber wie sieht es grundsätzlich aus – können Osterfeste angesichts steigender Zahlen heuer stattfinden? Aktuell sind religiöse Veranstaltungen vom Versammlungsverbot in der Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung ausgenommen, bestätigt man seitens der Bezirkshauptmannschaft Landeck. Diese gelte noch bis 11. April, also bis nach Ostern.

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Kurze Gottesdienste und Prozessionen erlaubt

Die Diözese Innsbruck hat in einer Information an ihre Mitarbeiter am 12. März einen Fahrplan für Ostern vorgegeben. Man geht davon aus, dass die aktuellen Regeln gelten – Gottesdienste seien demnach möglich, ebenso der Aufbau von Ostergräbern und Palmprozessionen, wenn sie kurz sind, Abstand gehalten und eine Maske getragen wird. Nicht gestattet seien Fußwaschungen und Kelchkommunion am Gründonnerstag. Vom aktuellen Verbot des Gemeindegesangs sollen allerdings das Gloria, Halleluja und Sanctus ausgenommen sein. Dass es kurzfristige Änderungen dieses Fahrplans gibt, sei derzeit nicht ausgeschlossen, heißt es gestern aus der Diözese.

Durchaus vorsichtiger sind die Signale aus dem Sozialministerium – über die Maßnahmen zu Ostern habe man noch nicht gesprochen. Hier zu dürfte es noch Gespräche geben.


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