Gerichtssplitter: Mildere Strafe nach Unfalltod in Telfs

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Ein tödlicher Unfall bei Telfs beschäftigte am Mittwoch das Oberlandesgericht. Im Juni war ein 26-jähriger Einheimischer mit dem Pkw auf der Autobahn gegen einen Fahrbahnteiler geprallt. Der Lenker wurde schwer verletzt, seine Lebensgefährtin (31) starb am Beifahrersitz. Drei Monate später wurde der 26-Jährige wegen grob fahrlässiger Tötung zu sechs Monaten bedingter Haft und 2640 Euro Geldstrafe verurteilt. Grob fahrlässig deshalb, weil der Lenker nach Ansicht des Gerichts nach der Einnahme von Psychopharmaka fahruntüchtig gewesen sein soll.

Doch das bestritt der 26-Jährige bei der Berufungsverhandlung. Er habe das vom Arzt verschriebene Medikament zuletzt vier Tage vor dem Unfall eingenommen und sei sehr wohl fahrtüchtig gewesen. Und überhaupt habe er den Unfall nur verursacht, weil ihm die Freundin einen Schlag gegen den Arm versetzt habe. Die Sachverständige konnte nicht ausschließen, dass der Lenker tatsächlich fahrtüchtig war. Der Richtersenat gab der Berufung zum Teil Folge. Aus der grob fahrlässigen Tötung wurde eine fahrlässige Tötung. Das Urteil: 2640 Euro Geldstrafe, davon die Hälfte bedingt. (tom)


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