Ein Jahr Dauer-Lockdown: Alarm in der Freizeitbranche

Die Veranstalter sowie die Sport- und Freizeitbetriebe drängen auf eine klare Öffnungs-Perspektive. Tests und Impf-Pass könnten ein Ausweg sein.

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Ein Bild aus der Vor-Corona-Zeit, wie es sich die meisten rasch zurückwünschen.
© APA

Innsbruck, Wien – Die Veranstaltungsbranche ist wie kaum eine andere massiv von der Pandemie getroffen worden. „Während andere Bereiche zumindest teilweise aufsperren konnten, befinden wir uns seit einem Jahr in einem Permanent-Lockdown und haben damit die volle wirtschaftliche Breitseite der Pandemie abbekommen“, sagt Wolfgang Suitner gegenüber der TT. Der Tiroler ist Bundesobmann der Veranstaltungsbetriebe.

Branchensprecher Wolfgang Suitner (kl. Bild) macht Druck.
© WK Tirol

Zur breitgefächerten Branche gehören Messen, Kongresse, Sport- und Kulturveranstaltungen, vom Theater bis hin zu internationalen Konzerten und Großevents, aber etwa auch Fitnessstudiobetreiber, Tennishallen, Kletterzentren, Tanzschulen oder auch Wettbüros. Als „Spitze des Eisberges“ seien die Veranstaltungsbetriebe aber auch der Schneepflug für die gesamte Kette an Zulieferern wie Gerüstbauer, Bühnen- und Tontechniker, Cateringunternehmen, Pyrotechniker oder Floristen, die sich in vollkommener Abhängigkeit von der Veranstaltungsbranche befänden. Laut Suitner betrage die Bruttowertschöpfung der gesamten Branche pro Jahr etwa 13 Mrd. Euro. Die Branche habe vor Corona 250.000 Arbeitsplätze gesichert und für die öffentliche Hand für insgesamt vier Mrd. Euro an Steuern und Abgaben gesorgt.

Die Stimmung in der Branche sei nach der überlangen Zwangspause sehr schlecht, sagt Suitner. Man brauche dringend eine Perspektive und vor allem auch Planungssicherheit. Diese sei umso wichtiger, da gerade Veranstaltungen im Vergleich zu anderen Bereichen eine ungleich längere Vorlaufzeit hätten – von der Planung bis zur Umsetzung bzw. zum fertigen Produkt „Veranstaltung“ vergingen meist Monate, bei großen Produktionen betrage diese Vorlaufzeit auch oft bis zu einem Jahr, so Suitner.

Der vom Staat neu geschaffene, mit 300 Mio. Euro dotierte Schutzschirm sei grundsätzlich ein gutes In­strumentarium zur Absicherung der Veranstalter. „Er sollte aber kein theoretisches Konstrukt bleiben, sondern als effektive Hilfe zur praktischen Anwendung kommen“, so Suitner. Wichtig sei auch, dass man den Schutzschirm sowohl bei der Dotierung als auch beim Kreis der Anspruchsberechtigten (derzeit erst ab 15.000 Euro Umsatz) nochmals verbreitert.

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Mit umso größerem Interesse blicke die gesamte Branche nach Vorarlberg, wo es ja seit Montag auch für kleinere Veranstaltungen bis 100 Teilnehmer bei entsprechenden Konzepten Öffnungen gibt. Suitner sieht umfassende Tests („Wir können genau kontrollieren, aber nicht selbst testen“) und dann vor allem den geplanten Impf-Pass als Möglichkeit, zumindest ab Sommer auch wieder Großveranstaltungen im Freie­n und in Hallen sicher abhalten zu können. Bis dahin sollte mit Sicherheits-Konzepten schrittweise nach oben gefahren werden, wünscht sich Suitner. Von Seiten der Bundesregierung habe es dafür vorsichtig positive Signale gegeben.


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