Befremdliche Kontrollen: „Sturmgewehr ist unsere Standardwaffe“

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Wer als Soldat keine Ausbildung an der Pistole hat, ist bei seinen Einsätzen mit dem Sturmgewehr bewaffnet.
© Öst. Bundesheer, Nalter

Innsbruck – An das Bild kontrollierender Soldaten in der Öffentlichkeit hat man sich in Tirol in den vergangenen Wochen und Monaten mittlerweile gewöhnt. Aktuell unterstützt das Österreichische Bundesheer die Eindämmung des Coronavirus mit seinen Mutationen mit 569 Soldaten, österreichweit beschäftigen sich über 3000 Angehörige der Streitkräfte mit dieser Aufgabe. Die Einsätze reichen dabei von Ein- und Ausreisekontrollen an den Staats- und Bezirksgrenzen über die Durchführung und Unterstützung von Massentests, Unterstützung bei Logistikaufgaben bis hin zur Kontakt-Nachverfolgung.

Für viele nach wie vor befremdlich ist allerdings, dass viele der Soldaten beispielsweise die Bezirkskontrollen mit geschultertem Sturmgewehr durchführen. Die Kommentare darüber reichen von „viel zu martialisch“ über „wir sind doch nicht im Krieg“ bis hin zu „muss das sein?“.

„Es muss“, wie Christoph Seidner, Presseoffizier des Bundesheeres in Tirol, erklärt. „Ein Assistenzsoldat ist immer bewaffnet und das Sturmgewehr ist unsere Standardbewaffnung. Jeder Soldat wird am Sturmgewehr ausgebildet“, sagt Seidner. Wenn ein Soldat zusätzlich auch an der Pistole ausgebildet ist, dann bleibt das Gewehr meist im Schrank. Weil man aber in relativ kurzer Zeit viele Soldaten für diesen Dienst benötigt hat, sieht man nun auch zahlreiche Soldaten ohne Pistolen-Ausbildung auf der Straße – dafür aber eben mit Sturmgewehr.

Einfach auf die Bewaffnung verzichten, das gehe nicht, betont Seidner. Man müsse bei Kontrollen immer damit rechnen, dass es zu Vorfällen kommt – da müsse dann der Truppenschutz gewährleistet sein. Und das sei nicht außergewöhnlich, immerhin werden auch die Kontrollen der Polizei durch bewaffnete Beamte durchgeführt. (np)

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