Unterrichtsform nach den Osterferien vermutlich regional aufgeteilt

Eltern und Bildungspolitiker fordern die Rückkehr zum Regelunterricht, ein Epidemiologe längere Osterferien. Die Entscheidung fällt am Montag.

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Kinder und die Mehrheit der Eltern fordern die Rückkehr zum Normalunterricht in der Schule. Doch die Infektionszahlen könnten das verhindern.
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Innsbruck, Wien – Dreimal pro Woche müssen sich Österreichs SchülerInnen inzwischen selbst mithilfe eines Nasenabstrichs testen. Die Interpretation der Ergebnisse fällt allerdings unterschiedlich aus. Die Entscheidung, wie es mit dem Unterricht weitergeht, soll erst am Montag fallen. Nach Abschluss der Beratungen wird sie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) verkünden. Am wahrscheinlichsten aber ist, dass der Unterricht regional geregelt wird – je nach Inzidenz.

Der Anteil der positiven Selbsttests vom Montag und Mittwoch ist österreichweit mit 0,08 Prozent in etwa gleich geblieben, in Tirol sogar gesunken. Der Tiroler Landeselternverband begrüßte gestern in einem Brief die Forderung von Bildungslandesrätin Beate Palfrader in der TT, nach den Osterferien in den Normalunterricht zurückzukehren. „Vielen unserer Kinder geht es gar nicht mehr gut.“ Sie seien die eigentlichen Verlierer dieser Pandemie. „Wir sind es ihnen schuldig, wieder ein Stück mehr Normalität zu ermöglichen“, betonen Christiane Götz und Christoph Drexler vom Elternverband. Auch Simulationsexperte Niki Popper wäre für eine Schulöffnung, weil die drei Tests pro Woche ein Screening ermöglichten, und das sei besser, als die Jungen ungetestet zu lassen.

Jugendanwältin Elisabeth Harasser mahnte, neuerliche Schulschließungen nicht nur wegen der negativen Folgen für Kinder und Jugendliche unbedingt zu verhindern. Die regelmäßigen Tests lieferten auch ein Spiegelbild des Infektionsgeschehens insgesamt. Distance Learning würde dieses Monitoring unterbinden. Stattdessen fänden wieder vermehrt Treffen im privaten Umfeld statt – die Hauptursache für Clusterbildungen, argumentiert Harasser.

Starker Anstieg bei Kindern und Jugendlichen

Dennoch: Der Anstieg der Infektionen bei den Jungen ist auffallend. Rund 2850 waren es vergangene Woche bei den 15- bis 24-Jährigen, vor zwei Wochen erst 1550. Das Robert-Koch-Institut in Deutschland registriert gar den stärksten Anstieg bei Kindern zwischen 0 und 14 Jahren. Der Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Universität Krems vermutet dahinter die britische Virusvariante. Er und der Komplexitätsforscher Peter Klimek sprechen sich daher für verlängerte Osterferien aus.

Der Fernunterricht von 17. November bis 6. Dezember war laut Verfassungsgerichtshof jedenfalls gesetzeskonform. Mehrere Schüler hatten die Verordnung angefochten, weil sie ihr Recht auf Bildung und den Gleichheitsgrundsatz verletzt sahen. Die Höchstrichter hingegen stuften die Maßnahme als gerechtfertigt und verhältnismäßig ein – zumindest für den angefochtenen Zeitraum. (sta)


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