Neuer Zugang in die Innsbrucker Sillschlucht freigegeben

Brennerbasistunnelgesellschaft und Stadt stellten temporären Ersatzwanderweg vor.

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Gaben den Ersatzweg frei: Vize-BM Hannes Anzengruber (l.), Projektleiter Martin Keinprecht (r.) und Waldaufseher Stefan Peer (hinten).
© Domanig

Von Michael Domanig

Innsbruck – Das Baulos Sillschlucht spielt eine zentrale Rolle, um den Brennerbasistunnel, die künftig längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt, an den Innsbrucker Hauptbahnhof anzubinden. Seit die Arbeiten im August 2020 Fahrt aufgenommen haben, ist der nördliche Teil der – bei den Innsbruckern äußerst beliebten – Sillschlucht für Erholungssuchende gesperrt.

Gestern nahmen Vertreter von BBT und Stadt Innsbruck nun einen neuen, temporären Ersatzwanderweg in Betrieb: Rund 500 Meter lang und 1,5 Meter breit zweigt er oberhalb des Bergisel-Parkplatzes vom Panoramaweg ab und führt in Serpentinen hinab in die Sillschlucht. Beim Holzsteg neben der Sill mündet er in den Bestandsweg ein.

Man habe die Trasse möglichst umweltschonend angelegt und größtenteils nur Totholz umgeschnitten, betonen Vize-BM Hannes Anzengruber und Waldaufseher Stefan Peer. Das Holz werde auch ganz bewusst liegen gelassen: „Durch die Verrottung entstehen neue Kleinwaldzellen für Tier- und Pflanzenwelt“, erläutert Peer.

Illegalen Zugang über Baustellen-Areal verhindern

Der Ersatzweg soll den Besuchern den Zugang zur Sillschlucht erleichtern – und sie zugleich von einem illegalen und gefährlichen „Einstieg“ über das Baustellen-Areal abhalten. Immer wieder kommt es vor, dass Absperrungen überstiegen und sogar Zäune aufgeschnitten werden.

An der Einmündung des neuen Weges in den bestehenden fällt der Blick genau auf jenen Bereich, wo das künftige Nordportal des Brennerbasistunnels entstehen wird. Durch den Bergisel und den Viller Berg werden zwei 130 bzw. 140 m lange Tunnel gebohrt, die Verbindung über die Sillschlucht stellen zwei neue, 50 Meter lange Eisenbahnbrücken her. Die BBT-Trasse verlaufe im ca. 64 Mio. Euro schweren Baulos Sillschlucht großteils oberirdisch, dennoch seien die Arbeiten hochkomplex, betont Projektleiter Martin Keinprecht. Sie betreffen auch die Sill selbst, deren Lauf stellenweise nach Osten gerückt und – durch Entfernung eines Wehrs – für Fische passierbar gemacht wird. Eine neue Fußgängerbrücke ist ebenfalls Teil des Gesamtprojekts.

Die Ausbrucharbeiten für die Tunnel durch Viller Berg und Bergisel sollen laut Keinprecht im Herbst starten und parallel durchgeführt werden. Derzeit werden im Bereich des zukünftigen Nordportals Vorspannanker zur Hangsicherung angebracht. Bis Ende 2024 soll das Baulos Sillschlucht abgeschlossen sein.


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